Sehenswürdigkeiten

Halbinsel Reykjanes

Blaue Lagune
Das Geothermal Spa ist ein Paradies für Körper und Seele. Es gibt hier einen Wasserfall mit Meereswasser, unter dem die Gäste eine leichte Wasser-Massage geniessen können. Das Zusammenspiel von Lavagestein, Kiesel und Lagunenbecken schafft einen eindrucksvollen Rahmen für das Designer-Dampfbad, in dem die Wände wie weisser Heilschlamm wirken; ein Teil des Bereiches wird vom Lagunenwasser durchflossen. Das herkömmliche Saunabad dagegen hat Glaswände, durch die Sie beim Entspannen einen wundervollen Blick über die Lagune haben.

Garður
Siedlung am Nordzipfel der Halbinsel Reykjanes. Von dort ist es nicht weit zu ergiebigen Fanggründen, weshalb der Ort früher ein beliebter Fischerort war. Das lokale Fischereimuseum gibt einen guten Einblick in Fangtechniken vergangener Epochen. Im Garðskagi-Leuchtturm findet sich u.a. eine Karte, welche Strandungen und Schiffsbrüche vor der unmittelbaren Küste registriert. Aktivitäten: Schwimmbad, Sporthalle

Gríndavík
Grösster Handelsort an der Südküste von Reykjanes. Wurde im Mittelalter von deutschen und englischen Kaufleuten frequentierten. Im Jahre 1627 überfielen algerische Seeräuber den Ort und verschleppten zahlreiche Einwohner. Fischerei, wenn auch schwierig und gefährlich, war stets die Haupterwerbsquelle. Ein Denkmal, geschaffen von Ragnar Kjartansson, erinnert an die Seenotopfer. Im nördlichen Ortsteil liegt die Parkanlage Sólarvé (Sonnenstätte), die zugleich Zeugnis herkömmlicher Steinbautradition ist. Auch finden Sie hier die Kunstgalerie des Isländischen Salzfischmuseums. Aktivitäten: Schwimmbad, 18-Loch Golfplatz, Diverse Ausritte, Höhlenexkursionen.

Kleifarvatn
Der Kleifarvatn ist ein See auf der Reykjanes-Halbinsel von Island. Er liegt etwa 25 km von Reykjavík entfernt und ca. 10 km südöstlich von Hafnarfjörður. Berge rahmen den See von allen Seiten ein, darunter im Westen der 407 m hohe Sveifluháls. Der See liegt im südlichen Teil der Halbinsel auf der Verwerfungszone des Mittelatlantischen Rückens und ist über eine Piste zu erreichen. Seine Tiefe betrug bis zum Jahre 2000 bis zu 97 m.

Krísuvík
Krísuvík befindet sich im Süden der Halbinsel auf der Grabenbruchzone des Mittelatlantischen Rückens, die Island diagonal durchquert. Krísuvík gehört zu den Hochtemperaturgebieten. Dies erkennt man an den Solfataren von Seltún und einem weiteren in der Nähe gelegenen Gebiet mit heissen Quellen. Seltún ist touristisch inzwischen etwas erschlossen. Zu den blubbernden Schlammtöpfen führen Holzstege. Gekennzeichnete Wanderwege findet man auf dem ebenfalls teilweise dampfenden Berg dahinter, dem Sveifluháls. Man kann auf ihnen zu kleinen Seen wandern.


Reykjavík

Aðalstræti
Ist die älteste Strasse in Reykjavík. Es wird vermutet, dass der Siedlungshof von Ingólfur Anrarson am heutigen Südende der Strasse gestanden hatte. Die frühere Hauptstrasse, von Reykjavík führte direkt zum Meer. Hier hatten die führenden Persönlichkeiten der Stadt Ihren Sitz. Der älteste Brunnen der Stadt, Ingólfsbrunnur, befand sich vor dem Haus, Aðalstræti 9.

Árbær
Árbær ist eines der Freilichtmusen in Island. Früher war dieser Bauernhof noch eine Reitetappe von Reykjavík entfernt. Heute liegt er innerhalb der Stadtgrenzen. In dem Areal sind etwa 30 historische Gebäude aus der Hauptstadt und anderen Landesteilen wieder aufgebaut. Häufig zeigen dort Handwerker im Rentenalter ihre Kunst, wie Goldschmiede, Drucker und Fischer. Eine Grassodenkirche wird auch heute noch gelegentlich für Hochzeiten benutzt. In einem anderen Haus mit einer Druckerwerkstatt wird die einzige Druckerpresse gezeigt, mit der in Island jemals selber Geld gedruckt wurde (in den Wirren des 2. Weltkriegs). Man kann sich auch die einzige Lokomotive Islands und die Planungen von Eisenbahnlinien ansehen. Auf dem Museumsgelände gibt es ein Cafe.

Hafen
Der Hafen von Reykjavík wurde 1913 ausgebaut. Erst 1915 konnte das erste Schiff an den Hafenpieren anlegen. Früher mussten die grösseren Schiffe in der Bucht ankern und Ihre Waren von kleinen Booten bringen lassen. Viele kleine Warenlager in Hafnarstræti hatten eigene kleine Anleger. Für den Hafenbau wurden Schienen zu den Steinbrüchen bei Skólavörðustíg und Öskjuhlíð verlegt, und eine Dampflok zog die Wagen mit den Steinen.

Hallgrímskirche
Die Hallgrímskirkja (isl. Kirche Hallgrímurs) in Reykjavík ist mit 74,5 m das höchste Gebäude Islands. Sie ist nach Hallgrímur Pétursson, einem bekannten isländischen Dichter benannt. Die Planungsarbeiten für die Kirche begann im Jahr 1937, der Bau 1945. Fertiggestellt wurde das Bauwerk erst im Jahr 1986. Der Turm ist 74,5 m hoch und kann mit Hilfe eines Lifts erreicht werden. Im Inneren wurden viele gotische Merkmale aufgegriffen. Vor der Kirche befindet sich eine Statue von Leifur Eriksson. Beeindruckend ist der 15 m hohe Prospekt der Hauptorgel, erbaut von der Bonner Orgelbaufirma Klais. Zwei Spieltische ermöglichen die vielfältige Nutzung, solistisch oder im Zusammenspiel mit Chor oder Orchester.

Perlan
Die Perlan (Perle) ist ein Warmwasserspeicher in Reykjavík. Er wurde von Ingimundur Sveinsson entworfen und 1991 eröffnet. Von hier aus wird die Stadt mit Warmwasser versorgt, auch die im Winter beheizten Gehwege und Strassen. Die Perlan befindet sich am Hügel Öskjuhlíð südlich des Stadtzentrums beim Flughafen Reykjavík. An der Stelle befanden sich schon mehrere Jahrzehnte lang Warmwasserspeicher. Nach Plänen, die bis in das Jahr 1930 zurückreichen (ursprünglich von Johannes Kjarval entwickelt), wurden die sechs Aluminiumtanks mit einer Glaskuppel überdacht. Lampen erzeugen die Illusion eines Sternenhimmels, Spiegel reflektieren den Himmel und auch Polarlichter in das Innere des Gebäudes. Vor dem Gebäude wurde ein künstlicher Geysir errichtet, der alle paar Minuten ausbricht. Einer der Tanks wurde trocken gelegt und beherbergt ein Saga-Museum. Am Dach der Tanks befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen Blick über Reykjavík und weit in das Land hinein erlaubt. Im obersten Stockwerk befindet sich ein Drehrestaurant, so dass man beim Essen ebenfalls den Rundblick genießen kann. Die Errichtung des Gebäudes ist politisch dem damaligen Bürgermeister von Reykjavík zu verdanken, Davíð Oddsson, dem späteren Premierminister Islands.

Rathaus
Das Rathaus von Reykjavík steht am Nordufer des Stadtteiches. Das moderne Gebäude wurde von den Architekten Margrét Harðardóttir und Steve Christer entworfen. Im Erdgeschoss (bis 22.00h geöffnet) finden ständig wechselnde kulturelle Ausstellungen statt. Dort befindet sich ebenfalls ein grosses Relief des Landes. Wasserkanäle speisen einen kleinen Wasserfall, der die moosbewachsene Eingangsfassade hinunter fliesst und so moderne Architektur mit der natürlichen Umgebung harmonisch vereinigt.

Stadtzentrum
Das neue Stadtzentrum befindet sich östlich des Stadtringes Miklabraut. Neben dem grossen Einkaufszentrum Kringlan sind hier in den letzten Jahren zahlreiche grosse Neubauten aus dem Boden geschossen; das Haus des Handels mit dem Sitz der isländischen Handelskammer, das Funkhaus des Staatlichen Rundfunks, die Handelsschule sowie das Stadttheater. Selbstverständlich empfiehlt es sich auch, am Laugavegur zu flanieren und die zahlreichen Geschäfte zu besuchen.


Borgarnes

Akranes
Der Ort entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Fischerdorf, bekam 1942 das Stadtrecht und wuchs danach kräftig weiter. Seit 1998 ist Akranes mit Reykjavík über die Nationalstrasse 1 (Hringvegur) durch den Tunnel Hvalfjarðargöngin, der unter dem Hvalfjörður hindurchführt, verbunden. Vor der Erbauung des Tunnels gab es eine Fährverbindung nach Reykjavík.
Akranes besitzt ein kleines Museum, vor welchem Islands ältester erhaltener Fischkutter ausgestellt ist. Sehenswert ist außerdem der Leuchtturm aus dem Jahre 1918. Inzwischen existiert auch ein Tunnelmuseum.
In Akranes verarbeitet ein großes Zementwerk Muschelkalk. Man sagt, in Island unterscheide man zwei Baustile: vor und nach der Errichtung des Zementwerks in Akranes.
Der Fußballverein IA Akranes war mehrfacher isländischer Meister und Pokalsieger. Auch im UEFA-Cup bestritt der Verein schon viele Spiele.

Borgarnes
Die Stadt Borgarnes (dt. „Felsenhalbinsel“) liegt am Borgarfjörður. Die Stadt wird aus Richtung Reykjavík auf der Ringstraße über die zweitlängste Brücke des Landes erreicht. Die Brücke misst 520m und führt über den Ausläufer des Fjords. Mit seinen Geschäften und Einkaufspassagen bildet der Ort das Zentrum des umgebenden Distrikts. Andererseits ist die Gegend sehr von der in den Sagas festgehaltenen Geschichte geprägt. So gilt Borgarnes als Heimatort des Dichters und Sagahelden Egill Skallagrímsson, dem man auch in mehreren bildhauerischen Werken Denkmäler gesetzt hat. Das bekannteste wurde von Ásmundur Sveinsson geschaffen und steht vor dem Weiler Borg á Mýrum, denn dort soll Egill gelebt haben. Egills Abenteuer sind in der Egils Saga festgehalten. Sein Vater Skalla-Grímur gehörte laut Landnahmebuch zu den ersten Siedlern der Gegend und war deren einflussreichster. Für Touristen bietet der Ort ein gutes Sprungbrett für Ausflüge nach Snæfellsnes oder in das Reykholtsdalur.

Deildartunguhver
Die Deildartunguhver sind heiße Quellen, die sich im Reykholtsdalur in Island befinden. „hver“ im Isländischen bedeutet „heiße Quelle“. Die Deildartunguhver liegen am Ausgang des Reykholtsdalur nach Westen in Richtung Borgarnes. Sie sind vermutlich die wasserreichsten heissen Quellen der Welt mit einem Ausstoss von 180 Liter/Sek. und 97 Grad heissem Wasser. Pipelines führen das Wasser bis ins ca. 60 km entfernte Akranes und ins ca. 30 km entfernte Borgarnes. Diese Sehenswürdigkeit wird gerade zu einem SPA umgebaut.

Glanni
Ein wunderschöner Wasserfall in der Norðurá, welcher an eine Oase erinnert. Unterhalb des Wasserfalls springen oft Lachse.

Grábrók
Es handelt sich um zwei grössere Krater, der Hauptkrater heisst Stóra-Grábrók, der kleinere Litla-Grábrók. Ein dritter Krater mit Namen Grábrókarfell befindet sich westlich von ihnen. Sie grenzen direkt an den Hringvegur nördlich von Borgarnes im Norðurátal. Die Internatshochschule Bifröst liegt zu ihren Füßen im von ihnen geschaffenen Lavafeld. Zahlreiche Wanderwege findet man auf den Kratern und in ihrer Umgebung.

Hraun- und Barnafossar
Die Wasserfälle Hraunfossar liegen in der Nähe der Orte Húsafell und Reykholt im Westen von Island. Ihr Name leitet sich davon ab, dass sie direkt aus der Lava (= isl. „hraun“) zu entspringen scheinen. Auf einer Länge von ca. 0,7 km strömt schäumend und sprudelnd Wasser aus dem schwarzen Gestein. Oberhalb wachsen niedrige Sträucher und Birken. In unmittelbarer Nachbarschaft der Hraunfossar befindet sich auch der Barnafoss. Dessen Name, „Kinderwasserfall“ verweist auf eine alte Sage. Zwei Kinder sollen von einem natürlichen Steinbogen abgestürzt und in den Fluss Hvítá gefallen sein. Daraufhin liess die Mutter den Steinbogen zerstören. Interessant ist die Wasserdüse im Wasserfall: Ein Grossteil des Wassers schiesst mit bemerkenswerter Geschwindigkeit durch ein enges Loch im Fels.

Hreðavatn
Der Hreðavatn liegt etwa 25 km nördlich von Borgarnes in der Nähe der Ringstraße Nr. 1 bei der Internatshochschule Bifröst. Die Grábrók-Krater erheben sich nicht weit entfernt und ihre Lava erstreckt sich auch entlang des östlichen Seeufers. Die Länge des Hreðavatn beträgt ca. 5 km, seine Fläche 1,3 m², seine Tiefe ca. 20 m. Im See kann man Forellen fischen. Die unmittelbare Umgebung zeichnet sich durch ein grosses Lavafeld, sanfte Heidelandschaft und kleine Waldanpflanzungen aus. Die Gegend muss in früheren Zeiten bewaldet gewesen sein. Man hat hier ca. 6,5 – 7 Mio. Jahre alte Holzkohlenflöze entdeckt, deren Zusammensetzung auf Arten hinweist, wie sie heute in Mitteleuropa beheimatet sind. Dies lässt darauf schliessen, dass das Klima damals sehr viel milder war als heute. In nicht allzu weiter Ferne erhebt sich der perfekte Kegel des Vulkans Baula.

Húsafell
Der winzige Ort Húsafell liegt in der Nähe von Reykholt im Reykholtsdalur. Von Interesse ist er durch die zahlreichen Naturwunder, die sich in seiner Nähe befinden. Zu nennen wären vor allem die Lavawasserfälle Hraunfossar und der Barnafoss. Auch die Höhlen des Lavafeldes Hallmundarhraun sind von hier aus gut zu erreichen, z.B. die Surtshellir. Der Ort ist auch Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Hochebene der Arnavatnsheiði. Sie ist bekannt wegen der vielen Seen, in denen man fischen kann. Direkt bei Húsafell liegt einer der wenigen Wälder von Island. Er hat 4 m hohe Birken zu bieten. Außerdem gab es in Húsafell einst eine Künstlerkolonie (u.a. der isländische Maler Jóhannes Sveinsson Kjarval lebte hier). Auch heute erschafft der hier ansässige Bildhauer Páll Guðmundsson originelle Figuren, die besichtigt werden können.

Hvalfjörður
Es existiert eine isländische Volkssage, die den Namen erklärt: Einige Kilometer hinter dem Ende des Fjords liegt der Hvalvatn. In diesen See habe ein zauberkundiger Priester einen bösartigen Wal gelockt und daher rühre der Name des Fjords. Die Geschichte hat auch ein alternatives Ende, in welchem der bösartige Wal ganz hinten im Fjord durch den Priester strandete. Der Wal wurde zur Halbinsel.
Bis 1998 mussten Reisende einen Umweg von ca. 62 km auf der Ringstrasse Nr.1 auf sich nehmen, wenn sie von Reykjavík nach Borgarnes fahren wollten. Damals musste man den ganzen Fjord umrunden. Heute wird die Fahrt durch den Tunnel Hvalfjarðargöng unter dem Fjord (Maut!) bedeutend verkürzt. Der Tunnel wurde von isländischen Firmen entwickelt und gebaut. Andererseits entgeht dem Reisenden nun ein schönes und vor allem im Sommer ein liebliches Stück Island, das aus einer reizvollen Mischung von vulkanischen Bergen und grüner Vegetation besteht.
Als Wanderziele bieten sich z.B. der Þýrill, der Rest eines alten Schildvulkans, und für Bergfexe die Gipfel des Botnssúlur an. Ausgesprochen interessant ist auch die Wanderung zu Islands höchstem Wasserfall, dem Glymur, die im hinteren Ende des Fjordes nahe der Mündung der Botnsá beginnt. Ein alter Pfad führt überdies über die Berge von Botnsá in das Skorradalur. Es wachsen an der Botnsá Lupinen, die in Island 1945 eingeführt wurden und wegen der Genügsamkeit und ihrer langen Wurzeln im Kampf gegen die Erosion eingesetzt werden, sowie zahlreiche andere Blumen und blühende Moose. Auch entdeckt man inzwischen Ansätze von Wäldern mit Nadelbäumen zwischen den Birken.

Reykholt
Dieser Ort ist eng mit dem Namen Snorri Sturluson verbunden, der einer der grössten Dichter und bedeutendsten Politiker im mittelalterlichen Island war. Er lebte und starb in Reykholt. Überreste seines Hofes und vor allem ein Bad mit unterirdischem Gang sind dort zu besichtigen. Es gibt inzwischen in Reykholt auch eine Fachbibliothek zu seinem Werk. Reykholt war im Mittelalter eines der geistigen Zentren der Insel und beherbergte lange eine der bedeutendsten Schulen des Landes. Auch heute noch pflegt man, obwohl die Schule inzwischen geschlossen wurde, die Kultur mit Lesungen von berühmten Schriftstellern und Vorträgen. Im Juli findet hier immer ein Festival für klassische Musik statt.
Im Namen des Ortes steckt wie in vielen isländischen Namen das Wort „reykur“ (= Rauch). Das erklärt sich durch das Vorhandensein einer Vielzahl von heissen Quellen in diesem Tal. Die wasserreichsten unter ihnen sind die Deildartunguhver und die Quelle von Kleppjárnsreykir. Die ausgefallenste jedoch liegt mitten im Fluss Reykjadalsá und hat deshalb den Namen Árhver (isl. „á“ = „Fluss“).


Halbinsel Snæfellsnes

Allgemeines
Zirka 7 Mio. Jahre alt oder älter ist das Grundgebirge in Snæfellsnes, d.h. aus der Zeit als die Plattengrenzen und der aktive Vulkangürtel sich in diesem Gebiet befanden. Die vulkanische Aktivität stoppte auf Snæfellsnes als die Plattengrenzen sich vor 7 Mio. Jahren verschoben. Aus unbekannten Gründen begann diese aber wieder vor ca. 2 Mio. Jahren. Zuerst gab es Vulkanausbrüche im Vulkansystem Lýsuskarð, das etwa in der Mitte der Halbinsel liegt, und vor 1 Mio. Jahren begannen sich die Snæfellsjökulls- und Ljósufjöllsysteme zu rühren. Das System der Ljósufjöll, das sich am östlichen Ende der Halbinsel befindet, ist mit einer bemerkenswerten Länge von ca. 50 km das längste aktive Vulkansystem auf Island. Es reicht von den Grábrókkratern bei Bifröst über den Eldborg im Hnappadalur nahe Borgarnes bis zum Berserkjahraun bei Stykkishólmur.

Arnarstapi
Oder auch Stapi genannt, ist ein kleines Fischerdorf mit romantischem Hafen. Bizarre Felsformationen entlang der Steilküste, Basaltsäulen, Steinbögen und Felshöhlen, in denen unzählige Seevögeln nisten. Sehenswert ist der Steinbogen Gatklettur. In dessen Nähe befinden sich drei Felshöhlen oben am Klippenrand, die mit dem Meer verbunden sind. Bei Sturmflut schiessen hohe Wasserfontänen durch die engen Öffnungen. Arnarstapi war zudem Wohnsitz von Guðmundur Bergþórsson (1657 – 1705), einem der bekanntesten Dichter seiner Zeit.

Búðir
Alter Anlegeplatz für Handelsschiffe, Handelsplatz bis etwa 1930. Im 16 Jahrhundert hatte die Bremer Hanse hier einen Stützpunkt. In der Lava sind zahlreiche Ruinen ehemaliger Fischerhütten zu finden. Auch einer der grössten Muschelsandstrände des Landes findet der Besucher hier.

Hellnar
Diverse Ausflugsziele stehen ab Hellnar zur Auswahl. Es besteht die Möglichkeit, an einer Gletschertour auf den Snæfellsjökull mit Schneemobilen teilzunehmen. Natürlich werden auch Reittouren, Walbeobachtungsfahrten, usw. angeboten.

Snæfellsjökull
Der Snæfellsjökull (dt. „Schneeberggletscher“) ist ein 1.446 m hoher Stratovulkan am westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes auf Island. Der Berg hiess ursprünglich Snæfell. Zur Unterscheidung von zwei anderen Bergen dieses Namens wird aber bei ihm die isländische Bezeichnung für Gletscher (jökull) an den Namen gehängt. Seine Kappe bildet ein Gletscher, der eine Caldera ausfüllt, an deren Rand drei kleine Vulkanschlote sitzen. Bekannte grössere Ausbrüche fanden vor ca. 10.000, 4.000 und vor ca. 1.750 Jahren statt. Der Krater mit den Schloten erschien beim letzten Ausbruch, der ziemlich verheerende Ausmasse hatte. Die Asche findet sich über den ganzen Westen Islands verstreut. Auch in der Umgebung des Berges haben beträchtliche Ausbrüche stattgefunden, bei denen viel Lava ausströmte. Die meisten dieser Lavafelder stammen aus der Unruheperiode, die dem letzten grossen Ausbruch folgte. Seither gab es hier keinen Ausbruch mehr, aber der Vulkan gilt nach wie vor als aktiv.
Der Vulkan liegt inmitten des nach ihm benannten Snæfellsjökull-Nationalparks und ist an klaren Tagen sogar von Reykjavík aus zu sehen, das in Luftlinie ca. 120 km entfernt liegt. Der Nationalpark wurde 2001 gegründet, um die Naturschätze und Reste menschlicher Siedlungen – wie etwa die Überreste von Winterfischerhütten bei Dritvík – in dem Gebiet zu schützen und der Allgemeinheit zugänglich zu erhalten. Das Hauptbüro befindet sich in Hellissandur, ein Ausstellungsraum befindet seit 2004 in Hellnar. Viele Reit- und Wanderwege im Nationalparkgebiet sind inzwischen ausgebaut und gekennzeichnet worden, immer mehr Informationstafeln werden aufgestellt.
Der Snæfellsjökull gilt als einer der berühmtesten Berge der Insel. Dies hat er nicht zuletzt dem französischen Autor Jules Verne zu verdanken, der in seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ den Einstieg in die Unterwelt genau am Snæfellsjökull anlegt. Ausserdem werden dem Vulkan von Esoterikerseite her Qualitäten als Träger besonderer Kraftfelder zugesprochen.
Der isländische Nationaldichter Halldór Laxness hat mit seinem Roman „Am Gletscher“ der Mystik isländischer Landmarken und besonders dem Gletscher ein Denkmal gesetzt. Viele Orte rund um den Vulkan tragen Namen, die mit dieser Figur zu tun haben. Zahlreiche Volkssagen ranken sich um Bárður (Sagenfigur Bárður Snæfellsás). So wird erzählt, Bárður sei einer der ersten Siedler in der Gegend um den Snæfellsjökull gewesen, viel grösser und stärker als andere, weil er Trollblut in seinen Adern hatte. Er war höchst sportbegabt und ausserdem zauberkundig. Und wie viele andere hatten ihn Auseinandersetzungen mit dem norwegischen König Harald Schönhaar zur Auswanderung nach Island bewogen. Er nannte den Snæfellsjökull zunächst einmal Snjófell und gründete in der heutigen Gemeinde Hellnar einen Hof, den er Laugarbrekka nannte. Während des Baus wohnte er in der Höhle Sönghellir und soll dort auch gesungen haben. Er badete grundsätzlich in dem schönen runden Maar Bárðarlaug (= das Bad des Bárður). Aber er neigte auch zu Berserkertaten. So tötete er seinen Neffen, der nicht auf seine Tochter aufgepasst hatte, indem er ihn in die Schlucht Rauðsgíl warf (die Schlucht wurde rot von seinem Blut). Die Tochter wurde die erste „Entdeckerin“ von Grönland. Das Kind trieb mit dem Kajak die 287 km bis dorthin ab, kam aber heil zurück (zu spät für den Neffen). Außerdem half er seinem Nachbarn Ingólfur, der im heutigen Ólafsvík siedelte, und dauernd Ärger mit einem Trollweib aus dem Berg Enni hatte, das ihm an den Kragen wollte. Schliesslich verschwand er nach einem Zusammenstoss mit seinem Halbbruder im Snæfellsjökull, wo er immer noch sitzen soll und seine Schätze bewacht, die im kleinen Vulkan Bárðarkista, einem Teil des Bergmassivs, versteckt sind. Lange Zeit wurde der gute Bárður von Leuten der Gegend als eine Art Schutzgeist angesehen und in Not angerufen.

Stykkishólmur
Die Stadtgemeinde Stykkishólmur (isl. Stykkishólmsbær) liegt im Westen Islands in der Region Vesturland an der Nordseite der Halbinsel Snæfellsnes. Sie zählt 1.111 Einwohner (2009) und ist damit für isländische Verhältnisse einer der grösseren Orte. Stykkishólmur liegt am Breiðafjörður und ist damit Ausgangspunkt für die Fähre „Baldur“ zu den Westfjorden und zu der kleinen Insel Flatey. Hauptwirtschaftsfaktoren sind Fischerei und Tourismus. Man erkannte schon früh die günstige Lage und 1550 wurde hier ein Handelsplatz begründet. Heutzutage ist neben der Fischerei der grösste Arbeitgeber ein katholisches Nonnenkloster. Seinen Namen verdankt das Städtchen der vor den Hafen gelagerten Schäre Stykkið.


Westfjorde

Barðaströnd
Ein Küstenabschnitt zwischen Vatnsfjörður und Siglunes mit vielen Bauernhöfen. Grasiges Unterland vor steilen Berghängen mit einigen kleinen Busch bewachsenen Tälern. Die Lagune Hagavaðall leert sich bei Ebbe fast völlig.

Djúpavík
Ehemaliges Fischerdorf. Heute leben hier im Winter nur noch 1-2 Familien. Eine 1934 – 35 erbaute Heringsfabrik wurde aufgegeben, als die Heringe vor der Küste des Nordlandes ausblieben.

Drangsnes
Drangsnes (dt. „Felsenhalbinsel“) liegt am nordöstlichen Ufer des Steingrímsfjörður nahe dem Ort Hólmavík. Die kleine, einsam gelegene Ortschaft ist geprägt von ein paar kleinen Häusern und einer Salzfischfabrik. Der Fischfang und dessen Verarbeitung ist somit Haupterwerbsquelle des Ortes. Der Küste südöstlich vorgelagert befindet sich der Felsen Grímsey, auf dem ein 1949 errichteter Leuchtturm steht. Jener Felsen ist der Legende nach eine versteinerte Trollfrau, die zwischen Island und den Westfjorden einen Graben ziehen wollte und – von der aufgehenden Sonne überrascht – zu Stein erstarrte. Drangsnes liegt an der Strasse 645, die nach Norden bis Djúpavík, sowie nach Gjögur am Reykjarfjörður (Flugplatz) führt. Das Zentrum der Westfjorde, Ísafjörður, ist westlich des Ortes über die Strasse 61 erreichbar.

Dynjandi
Der Fjallfoss ist der grösste Wasserfall in den Westfjorden im Nordwesten Islands. Häufig wird er auch Dynjandi genannt. Er ist 100 Meter hoch und breit aufgefächert. Gleich unterhalb sind mehrere kleine Wasserfälle, darunter auch der Göngufoss, hinter dem man (fast) trockenen Fusses hindurch gehen kann. Kurz danach mündet der Fluss Dynjandisá in den Arnarfjörður. Dort liegt auch ein kostenloser und schöner Campingplatz. In dem Film „Kinder der Natur“ feiern die beiden Hauptpersonen Stella und Geiri an diesem Ort. Er liegt direkt an der Strasse Nr. 60 und ist ca. 73 km von Patreksfjörður entfernt. Diese Gegend Islands ist touristisch noch recht wenig erschlossen.

Flatey
Flatey ist die grösste Insel mitten im Breiðafjörður. Die Insel ist besiedelt und Haltestation der Fähre MS Balður, die von Stykkishólmur auf die andere Seite des Fjordes nach Brjánslækur fährt. Die Insel ist berühmt durch die Literarischen Quellen, die mit ihr verbunden sind: Zum einen gibt es die Flateyarannáll aus dem 10. Jahrhundert und zum anderen das Flateyjarbók aus dem 14. Jahrhundert, eine Sammelhandschrift vieler Sagas. Ausserdem hatte der letzte katholische Bischof Jón Arason von Hólar eine Druckmaschine gekauft, die zunächst in Flatey stationiert war. Aus dieser Zeit sind allerdings keine Druckerzeugnisse erhalten. Auch zur Vogelbeobachtung ist Flatey besonders geeignet.

Hólmavík
Die Landgemeinde Hólmavík (isl. Hólmavíkurhreppur) wurde am 9. Juni 2002 durch den Zusammenschluss der ehemaligen Landgemeinde Hólmavíkurhreppur mit der Landgemeinde Kirkjubólshreppur gebildet. Der Hauptort Hólmavík (dt. „Inselbucht“) liegt am Westufer des Fjords Steingrímsfjörður an der Ostseite der Westfjorde. In dem Ort, der seit etwa 100 Jahren der Handelsort des Bezirks ist, leben 368 Einwohner (2009). Als Haupteinnahmequelle dient – wie sich zu manchen Zeiten gut an den bunten Booten erkennen lässt – der Fischfang. Dieser hat dem Ort zu relativem Reichtum verholfen. Die Bedeutung Hólmavíks als Verwaltungszentrum für die Umgebung beweisen auch ein kleines Krankenhaus und eine höhere Schule am Ort. Hólmavík liegt an der Straße 61, dem Djúpvegur, der weiter über die Berge nach Ísafjörður führt. Die Entfernung nach Reykjavík beträgt 273 Strassenkilometer. Sehenswert sind vor allem die kleine helle, holzverkleidete Kirche Hólmavíkurkirkja, die über dem Ort auf einem Hügel steht, sowie der Hafen des ehemaligen Haifischfangzentrums.

Ísafjörður
Ísafjörður liegt, eingefasst von den schroff abfallenden Berghängen des Eyrarfjall (bis 731 m) und des Kirkjubólsfjall (bis 832 m), am Skutulsfjörður, einem Seitenarm des Ísafjarðardjúp und bildet das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westfjorde. In Ísafjörður selbst leben 2.693 Personen (2008), in den restlichen Siedlungen der Gemeinde Ísafjarðarbær weitere 1.275 Personen.
Die Sandbank (isländ. „eyri“), die den Ort trägt, wurde immer wieder aufgeschüttet, um Neuland zu bilden. Somit hat sich die Fläche der Stadt kontinuierlich vergrössert Die Halbinsel reicht heute fast von einem Ufer des Fjords zum anderen, wobei ein wirkungsvoll geschützter Hafen entstand.
Als erster Siedler an diesem Ort wird um 920 Helgi Hrólfsson genannt, der dem Fjord Skutulsfjörður auch seinen Namen gab, als er an dieser Stelle eine Harpune (isländ. „skutull“) am Strand fand. Ihm folgten norwegische und isländische Händler, welche sich zeitweise hier niederliessen. Im 16. Jahrhundert gründeten hier deutsche und englische Firmen ihre Handelsniederlassungen. Die während des dänischen Handelsmonopols errichteten Häuser am Südzipfel der Halbinsel bilden heute das Seefahrtsmuseum Neðstakaupstað. Sie stellen den ältesten erhaltenen Siedlungskern Islands (Tjöruhúsið von 1734) dar. Ísafjörðurs allgemeiner Wohlstand kam erst im 18. Jahrhundert mit der Klippfischverarbeitung. 1787 wurde Ísafjörður zum Handelsort, 1866 wurde das Stadtrecht verliehen
Der Ort bietet trotz seiner geringen Einwohnerzahl eine eher städtische Atmosphäre. Ísafjörður verfügt über eine Musikschule sowie ein Krankenhaus. Das gegenüberliegende ältere Gebäude (das ehemalige Krankenhaus) beherbergt heute ein Kulturzentrum mit einer Bibliothek und Ausstellungsräumen. In der Aðalstræti (dt. „Hauptstraße“) befindet sich die Kunstgalerie Slunkariki, wo Werke internationaler sowie isländischer Künstler gezeigt werden. Sehenswert sind auch die eigenwillige, ockerfarbene Betonkirche Ísafjarðarkirkja und der daran anschliessende Friedhof. Der an der östlichen Mündung des Skutulsfjörður gelegene rot-gelbe, nur etwa fünf Meter hohe Leuchtturm Arnarnesviti wurde 1902 errichtet.
Von Juni bis August bestehen von Ísafjörður Schiffsverbindungen zur fast gänzlich verlassenen und schwer erreichbaren Halbinsel Hornstrandir (Naturreservat) auf der anderen Seite des Ísafjarðardjúp. Die verkehrs- und versorgungstechnische Bedeutung des Ortes wird insbesondere deutlich durch die Anbindung an das innerisländische Flugnetz, der Flugplatz von Ísafjörður befindet sich am gegenüberliegenden Ufer des Fjords.
Die Entfernung zur Hauptstadt Reykjavík beträgt 457 Strassenkilometer, der nächstgelegene Ort Bolungarvík liegt etwa 15 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt. Am Ortsrand von Bolungarvík, ist die Fischereisiedlung Ósvör als Freilichtmuseum zu besichtigen. Die Regionalbibliothek wurde 1889 gegründet, 1911 folgte Islands erste Musikschule. Seit 1970 gibt es in Ísafjördur 2 Schulen und eine vor kurzem gegründete Kunstschule mit dem Namen von Islands ersten Architekten, Rögnvaldur Ólafsson.

Látrabjarg
Die Steilküste Látrabjarg liegt im äussersten Westen der dünn besiedelten Westfjorde. Vom Kap auf 65° 30′ N, 24° 32′ W sind es „nur“ noch 360 km über die Dänemarkstrasse bis nach Grönland. Damit ist Látrabjarg (abgesehen von kleineren Inseln) der westlichste Punkt Europas. Im Süden ist bei gutem Wetter der etwa 85 km entfernte Snæfellsjökull zu sehen. Látrabjarg gilt als der grösste Vogelfelsen der Welt. In den bis zu 450 m hohen Klippen gibt es grosse Seevogel-Kolonien, die vor allem von Papageitauchern, Lummen und Tordalken bevölkert werden. Die Eier wurden früher regelmässig gesammelt. Heute befinden sich am meist menschenleeren Kap, das über eine schmale Schotterstrasse von der Siedlung Breiðavík erreichbar ist, eine Wetterstation und ein Leuchtfeuer.

Patreksfjörður
Ca. 870 Einwohner, Fischerdorf am gleichnamigen Fjord auf den zwei Sandbänken Vatneyri und Geirseyri. 1946 wurde der Hafen Patrekshöfn in einen kleinen See auf Vatneyri gegraben. Haupterwerbszweige sind Fischfang und –verarbeitung. Gemeindezentrum, Grundschule und Berufsschule. Flugplatz bei Hnjótur auf der gegenüberliegenden Fjordseite, wo sich auch ein Heimatmuseum befindet. Das älteste Steinhaus in den Westfjorden wurde auf Geirseyri gebaut. Als Väter des Dorfes gelten die beiden Unternehmer Ólafur Jóhannesson und Pétur A. Ólafsson, deren Aktivitäten massgeblich zum Wachsen des Ortes beitrugen. Einer Lawine aus der Schlucht Stekkjargil fielen am 22. Januar 1983 vier Einwohner zum Opfer und mehrere Häuser wurden zerstört.

Rauðisandur (deutsch: Roter Sand)
Die Region zwischen Skrarhlíðar mit rötlichem Muschelsandstrand. Schmaler Streifen grasiges Unterland vor fast senkrechten Felswänden. Im Osten ist die Lagune Bæjarvaðall. Zur Gemeinde Rauðasandshreppur gehört die gesamte Halbinsel südlich von Patreksfjörður. Dies ist die westlichste Gemeinde in Island und damit in ganz Europa.


Hvammstangi & Halbinsel Vatnsnes

Gauksmýri
Der Hof Gauksmýri liegt im Línakra-Tal in der Region West-Húnaþing. Er liegt auf der Hälfte der Strecke von Reykjavík (194 km) nach Akureyri (194 km) an der Ringstrasse Nr. 1 Islands. Die nächstgelegenen grösseren Orte sind Laugarbakki (7 km) und Hvammstangi (10 km).
Das Línakra-Tal ist südlich der Halbinsel Vatnsnes gelegen. Im Norden befindet sich die Gipfel des Vatnsnes-Bergs, im Süden die der Berge Reykjabunga und Bessaborg. Das Línakra-Tal (isländisch: Línakradalur) ist reich an Gras- und Sumpflandschaft. Sein Name bedeutet „Leinen-Acker-Tal“, weil hier früher Leinen angebaut wurden.
Gauksmýri liegt inmitten von naturbelassenen Wiesen, die sich im Winter in glitzernde Schneeflächen verwandeln. Gauksmýri besteht aus getrennten Gebäuden und war früher ein Doppel-Hof, der aus zwei getrennten Haushalten bestand. Der See “Gauksmýrartjörn” liegt ein Stück südlich der isländischen Hauptstrasse, auf dem Weg nach Norden. Um das Jahr 1960 wurde das Gewässer trocken gelegt, um dort fruchtbares Marschland zu erhalten. Heute ist sein Bett aber wieder geflutet, was grösstenteils dem Einsatz der Landeigentümer, in Kooperation mit dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, zu verdanken ist. Für die Renaturierung mussten Dämme gebaut und viel Erde bewegt werden – mit Erfolg. Kleine Holminseln wurden im Seebett konstruiert. Diese sind besonders wichtig für die Ansiedlung vieler Vogelarten. 35 davon wurden am Gauksmýrartjörn bereits registriert: z.B. Odinswassertreter, Singschwan- und Sterntaucher-Pärchen, Reiherenten, Uferschnepfen, Stock-, Pfeif- und Krickenten. Gleich im ersten Sommer brütete ein Paar der seltenen Ohrentaucher am See, 2004 waren es schon 5 Paare, und es kamen Küken dazu.
Das Vogelbeobachtungshaus mit Fernglas und Vogel-Büchern bietet Naturfreunden vielfältige Möglichkeiten. Dorthin führt ein hölzerner Steg, der auch für Rollstuhlfahrer bequem zu befahren ist. Dieser Gehweg wurde in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband der Region geschaffen. Es muss wohl nicht extra gesagt werden, dass der paradiesische See viele Touristen anzieht.
Die Hofeigentümer von Gauksmýri sind sehr engagiert in Projekten der Wiederaufforstung. Im Frühjahr 2002 begannen Sie mit der Rand-Bepflanzung der Zufahrtstraße und der Reitwege in Hofnähe, die mittlerweile gut gediehen ist. Die Auswahl der Gewächse sowie die Bestimmung der zu bepflanzenden Flächen mussten im Voraus bis ins Detail geplant werden. Die Hofzufahrt wurde mit schwarzen Johannisbeersträuchern begrünt, die nicht nur der Optik dienen, sondern auch viele Vögel anziehen. Rund um den Hof wachsen jetzt ausserdem verschiedene Baumarten wie Birke und Lerche. Oberhalb Gauksmýris sollen am Hang entlang 50 Hektar Waldland entstehen. Damit wurde im Herbst 2004 begonnen, indem ca. 4000 Birken und Lärchen dort in die Erde gesetzt wurden.

Hindisvík
Verlassener Hof auf Vatnsnes an der gleichnamigen Bucht. Gute Aussicht über den Meerbusen nach Strandir im Nordwesten. Hier lebte der Pfarrer nach Dichter Sigurður Norland. Auf seine Anweisung wurde die Jagd auf Seehunde in der Bucht verboten. Auf den Schären vor der Bucht sonnen sich Seehunde in grosser Zahl. Etwas östlicher, in der Bucht Strandvík, strandete die Brigg Valborg am 12. Oktober 1869 bei einem Sturm.

Hvítserkur
15 m hoher Basaltfelsen im Meer zwischen den Höfen Ósar und Síluvellir. Drei durch die Brandung geschaffene Löcher geben dem Felsen das Aussehen eines Ungeheuers auf drei Beinen. Nistplatz von Dreizehenmöwen und Eissturmvögeln.

Vatnsnes
Halbinsel zwischen Miðfjörður und Húnafjörður mit dem Gebirgszug Vatnsnesfjall, dessen höchster Gipfel Þrælsfell mit 906 m ü. M. liegt.


Skagafjörður

Blönduós
Schon vor dem Jahr 1000 war die Gegend von Blönduós besiedelt. 1876 erhielt der Ort die Handels und Hafenrechte. Bis 1914 war der Ort Teil der Landgemeinde Torfalækjarhreppur und wurde dann eine eigene Landgemeinde (isl. Blönduóshreppur). 1988 wurde Blönduós mit dem Status „kaupstaður“ kreisfrei (isl. Blönduoskaupstaður). Im Juni 2002 wurde die Landgemeinde Engihlíðarhreppur mit Blönduós vereinigt. Das Kunsthandwerksmuseum (Heimilisiðnaðarsafn‘) zeigt auch die traditionelle Wollverarbeitung. Teile des Museums bestehen aus dem Nachlass der isländischen Frauenrechtlerin Halldóra Bjarandóttir. Die neue Pfarrkirche (1982–1993) wird für ihre Akustik gerühmt und dementsprechend auch für Konzertaufführungen genutzt. Das Altarbild stammt von Jóhannes Sveinsson Kjarval. In der Nähe von Blönduós befindet sich das nördliche Ende der Kjölur, einer der Pisten ins Isländische Hochland. Der Weg führt zunächst am Stausee Blöndulón vorbei. Südöstlich des Ortes liegt das bekannte Vatnsdalur mit seinen reizvollen Erdhügeln.

Glaumbær
Der Museumshof Glaumbær liegt im Norden Islands. Die ältesten Gebäudeteile des Torfhofes stammen aus dem 19. Jahrhundert. Mit seinen 6 weissen Giebeln und 13 Räumen handelt es sich um einen recht grossen Hof. Einige der Räume, wie z.B. Werkstätten, sind nur von aussen zu erreichen. Die meisten anderen sind durch einen Gang untereinander verbunden. Alte Haushaltsgegenstände sind in den Räumen ausgestellt. Südlich des Ortes gibt es in Viðimyri eine der letzten Torfkirchen des Landes.

Hólar
Hólar mit heute 99 Einwohnern (2005) war jahrhundertelang (von 1106 bis 1801) als zweiter Bischofssitz neben Skálholt ein bedeutender Ort in Island. Heute gibt es hier eine Landwirtschaftsschule für Pferde- und Fischzucht.

Sauðárkrókur
Im Nordwesten Islands gelegen, erstreckt sich Sauðárkrókur nach Norden verjüngend am südlichen Ufer des Fjords Skagafjörður. Die Entfernung nach Reykjavík beträgt 319 Strassenkilometer. Sauðárkrókur wurde 1857 als Handelsplatz angelegt. Die erste dauerhafte Besiedlung setzte erst ab 1871 ein. Das Stadtrecht hat Sauðárkrókur seit 1947. 1998 erfolgte die Vereinigung mit zehn Landgemeinden zur Gemeinde Skagafjörður.
Sauðárkrókur ist das Dienstleistungszentrum der Region um den Skagafjörður. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige der Stadt sind Fischfang, Handel und Industrie. Neben Betrieben zur Verarbeitung von Fisch und Krabben sowie einer Molkerei gibt es eine Vielzahl von Kleinbetrieben, darunter eine Steinwolle-Fabrik.
Die Gegend ist berühmt als das Mekka des Islandpferdes, da es nirgends in Island mehr Pferdezüchter und Pferde gibt als hier. Das Heimatmuseum Minjahús beherbergt u. a. die älteste Nähmaschine auf Island von 1857, sowie eine grosse Sammlung weiterer Haushaltsgegenstände, Musikinstrumente und Werkzeuge. In der Stadt befindet sich die Skulptur eines Islandpferdes des isländischen Künstlers Ragnar Kjartansson. Sehenswert sind einige alte Häuser und die Holzkirche von 1892.

Skagafjörður
Die Gemeinde Skagafjörður (isl. Sveitarfélagið Skagafjörður) liegt im Norden Islands in der Region Norðurland vestra und zählt 4027 Einwohner (2007). Die Gemeinde wurde am 6. Juni 1998 durch den Zusammenschluss der Stadt Sauðárkrókur mit zehn Landgemeinden gebildet. Die grössten Siedlungen sind Sauðárkrókur mit 2555 Einwohnern (2007), Hofsós mit 180 Einwohnern (2007), Varmahlíð mit 139 Einwohnern (2007) und Hólar mit 103 Einwohnern (2007). Diese Region Islands ist vor allem für die Zucht der Islandpferde bekannt. Diverse Pferdeshows stehen zur Auswahl.
Region 8:
Akureyri

Akureyri
Mit rund 17’633 Einwohner (2009) die heimliche Hauptstadt des Nordlandes und zweitgrösste Stadt Islands. Die Stadt verdankt ihren Namen der Landzunge Akureyri, die den inneren Teil des Fjordes Pollur, fast abtrennt. Hier nahm die Besiedlung des Ortes ihren Anfang. Akureyri hat als Handelsplatz eine lange Tradition. Älteste Überlieferungen stammen aus dem Jahre 1602. Stadtrecht 1787, eigene Stadtverordnetenversammlung 1862. Noch heute ist Handel eine der Haupterwerbszweige. Bedeutender Fischereihafen und Werft. Fernheizung mit Thermalwasser von Laugaland im Tal Eyjafjörður. Botanischen Garten von 1911 mit fast allen Arten der isländischen Flora sowie einer grossen Zahl ausländischer Pflanzen. Baumschule und Freizeitpark bei Kjarnaland. Die Vielzahl an Bildungseinrichtungen hat der Stadt den Beinamen „Schulstadt“ eingebracht. Museen und Bibliotheken: Amtsbibliothek (gegr. 1827), Naturkundemuseum, Heimatmuseum und Stadtgalerie, Nonnihús. Skulpturen der Bildhauer Einal Jónsson („Der Friedlose“) und Ásmundur Sveinsson („Die Schwestern und Sonnenaufgang“) sowie zahlreiche andere Werke zieren Plätze und Parkanlagen der Stadt.

Árskógssandur
Im Fischerdorf Litla-Árskógssandur leben ca. 110 Einwohner. Von hier verkehrt die Fähre nach Hrísey. Stærri-Árskógur, Bauernhof. Pfarrhof bis 1880. Geburtsstätte des Dichters und Redakteurs Þorsteinn Gíslason. In der Nähe Grundschule und Gemeindezentrum Árskógar.

Dalvík
Die Gemeinde Dalvíkurbyggð liegt im Norden Islands in der Region Norðurland eystra. Sie entstand am 7. Juni 1998 durch den Zusammenschluss der Stadt Dalvík (Dalvíkurkaupstaður) mit den beiden Landgemeinden Svarfaðardalur (Svarfaðardalshreppur) und Árskógur (Árskógshreppur). Von den 1947 Einwohnern leben 1412 im Hauptort Dalvík (2009). Weitere Siedlungen sind Hauganes mit 134 Einwohnern und Litli-Árskógssandur mit 138 Einwohnern (2009).
Das Gemeindegebiet umfasst einen Küstenstreifen auf der Westseite des Eyjafjörður, wo die drei Siedlungen liegen, sowie die landschaftlich reizvollen Täler Svarfaðardalur und Skíðadalur, die in das Innere der Halbinsel Tröllaskagi hineinführen. Das Skíðadalur steht unter Naturschutz.
Dalvík ist ein Fischerort im Eyjafjörður nördlich von Akureyri. Bei einem starken Erdbeben wurden 1934 die meisten Gebäude zerstört. Das örtliche Museum erinnert unter anderem an den grössten Isländer Jóhann Kristinn Pétursson (1913-1986) mit 2,34 m und Islands dritten Präsidenten Kristján Eldjárn. Mit einer Fähre kann man die Insel Grímsey, die auf dem Polarkreis liegt, erreichen. Im Eyjafjörður vor Dalvík liegt die Insel Hrísey, die zum Stadtgebiet von Akureyri gehört.

Góðafoss (deutsch: Wasserfall der Götter)
Einer der schönsten Wasserfälle des Landes. Durch einen Felsblock in zwei Arme geteilt stürzen die Wassermassen in Hufeisenform etwa 12 m hinunter. Direkt oberhalb teilt sich der Fluss und umfliesst in zwei Armen die Insel Hrútey, auf der sich der Parkplatz befindet. Der Überlieferung nach stammt der Goðafoss daher, das der Gode und Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði von Ljósavatn nach der Annahme des Christentums im Jahre 1000 hier die Götterbilder den Gletscherfluten übergab. Kurz unterhalb des Wasserfalls ist die Lavadecke eingebrochen und hat ein Loch hinterlassen.

Hrísey
Ca. 180 Einwohner leben auf der mit 8 km2 zweitgrössten Insel des Landes, 2km von Árskógsströnd entfernt. Haupterwerbszweig ist der Fischfang und die Fischverarbeitung. Die Kirche wurde 1928 erbaut und die höchste Erhebung liegt mit 110m im Norden der Insel. Auf der Insel wird Aufforstung betrieben. Schneehühner leben auf der Insel geschützt und sind ausgesprochen zutraulich. Zuchtstation für Gallowayrinder und Quarantänestation für Haustiere, die nach Island eingeführt werden. Grundschule und Schwimmbad.

Laufás
Pfarrhof mit vielen Nebeneinkünften. Einer der schönsten Bauernhöfe des Landes. Der alte Hof steht unter Denkmalschutz und beherbergt heute ein Heimatmuseum. Die Kirche wurde 1865 vom späteren Bankdirektor Gryggvi Gunnarsson gebaut, der hier geboren wurde.

Siglufjörður
Siglufjörður (dt. „Schiffsmastfjord“) ist ein Handelsort im Norden der Halbinsel Tröllaskagi in Nordisland. Früher, in der Zeit des Heringbooms, hatte Siglufjörður über 3.000 Einwohner (heute leben nurn noch rund 1.277 (2009) Einwohner hier). Von der Glanzzeit zeugt noch das Heringsfangmuseum und ein Heringsfest. Bis zum Bau des ersten Tunnels in Island war der Ort auf dem Landweg nur schwierig zu erreichen. Mit der Bildung von der Gemeinde Fjallabyggð wechselte Siglufjörður von der Region Norðurland vestra in die Region Norðurland eystra.


Mývatn

Ásbyrgi
Die hufeisenförmige Schlucht Ásbyrgi ist Teil des Jökulsárgljúfur-Nationalparks. Einst floss hier die Jökulsá á Fjöllum. Diese hat sich inzwischen weiter östlich ein Bett gegraben. Nach geologischen Forschungen haben drei besonders starke Gletscherläufe der Schlucht ihre ungewöhnliche Form verliehen. Dies ereignete sich nach Ausbrüchen der Vulkane Kverkfjöll oder Bárðarbunga, die zum Vatnajökull gehören. Der erste Ausbruch fand vor 4000, der zweite vor 3000 und der dritte vor 2500 Jahren statt, wobei der letzte ein Höchstmass von 200.000 m³/sec erreichte (dies entspricht der vierfachen Stärke des Gletscherlaufs der Skeiðará von 1996).
Laut der nordischen Mythologie soll Ásbyrgi jedoch ganz anders entstanden sein. Da die Form der Schlucht unweigerlich an ein Hufeisen erinnert, dachten die Isländer, Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir habe hier seine Hufe in die Erde gebohrt, was Ásbyrgi auch den Spitznamen „Odins Fussabdruck“ einbrachte.
Am Ende der 3,5 km langen Schlucht findet man einen kleinen See mit üppiger Entenpopulation. Er wird von einem Rinnsal gespeisst, das zumindest im Sommer fast unmerklich von der Steinwand Ásbyrgis tropft. Ein Überbleibsel der Jökulsá á Fjöllum, die einst dort floss. Ausserdem existiert hier ein für Island eher seltenes Birkenwäldchen mit Bäumen, die teilweise über drei Meter hoch reichen. Diese konnten sich aufgrund der geschützten Lage im Inneren der Schlucht sehr gut entwickeln. Dies macht Ásbyrgi auch zu einem Anziehungspunkt für Isländer, da diese gerne bewaldete Urlaubsgebiete besuchen. Vor dem Eingang zur Schlucht liegt der ca. 25 m hohe Felsen Eyjan (isl. die Insel) in der Ebene.
Die Ásbyrgi-Schlucht liegt ziemlich entlegen und besitzt daher nur wenig Infrastruktur. Dennoch gibt es dort zwei Campingplätze, einen kleineren im Inneren der Schlucht, einen grösseren am Anfang. Ausserdem gibt es noch eine Tankstelle mit einem kleinen, gut sortierten Supermarkt und einem kleinen Fast Food-Imbiss. Es ist möglich auf einer kleinen Strasse mit dem Auto bis zum Ende der Schlucht zu fahren. Die Strasse ist zwar nur einspurig, aber aufgrund vieler „Ausweichbuchten“ ist auch Gegenverkehr kein Problem. Die Strasse endet an einem Parkplatz von dem der Teich nur wenige Meter entfernt ist.

Dettifoss
Der Dettifoss ist ein mächtiger Wasserfall im Nordosten Islands und durch die Kombination aus Volumenfluss, Breite und Fallhöhe der energiereichste Wasserfall Europas. Der Fluss Jökulsá á Fjöllum stürzt, etwa 30 Kilometer vor der Mündung in den Arktischen Ozean, in die bis über 100 Meter tiefe Schlucht Jökulsárgljúfur. Die Wasserführung des Gletscherflusses beträgt im Jahresdurchschnitt 193 m³/s, schwankt allerdings jahreszeitlich. Einen Kilometer nach der etwa 10 Meter hohen Stufe des Selfoss folgt der Dettifoss. Über eine Breite von etwa 100 Meter ergiessen sich hier die grau-braunen Wassermassen über 45 Meter in die Tiefe und strömen dann circa zwei Kilometer weiter dem 27 Meter hohen Hafragilsfoss zu. Durchschnittlich setzen die Wassermassen am Dettifoss eine Leistung von etwa 85 Megawatt um.

Dimmuborgir
Dimmuborgir (isl. dunkle Burgen) ist ein Lavafeld östlich des Sees Mývatn in Island. Die bizarr geformten Steinformationen erinnern an verfallene Ruinen von Burgen und Türmen. In der isländischen Mythologie wird Dimmuborgir als Unterkunftsort von Elfen und Trollen gesehen. Das Lavafeld befindet sich in der vulkanisch aktiven Region des Mývatn, direkt östlich des Sees. Nordöstlich angrenzend liegt der Aschekrater des Vulkans Hverfjall.

Húsavík
Die Stadt Húsavík (dt. „Hausbucht“) selbst (mit 2.279 Einwohnern, Stand 2010) ist ein Fischereihafen an der Skjálfandibucht und das Versorgungszentrum für die Höfe und Weiler der Umgebung.
Touristisch interessant sind die Walbeobachtungsfahrten, die man von hier aus unternehmen kann. Kleinere Wale (besonders Zwergwale) oder Delphine sieht man fast immer, mit Glück sind auch grössere Arten zu beobachten. In der Nähe des Hafens befindet sich das Walmuseum, welches vom Europäischen Walzentrum betrieben wird. Es ist mit sehr viel Liebe gestaltet und durchweg dreisprachig (Isländisch, Englisch und Deutsch). Ein anderes, oft Aufsehen erregendes Museum, ist das einzige Penismuseum der Welt. Es ist streng wissenschaftlich aufgebaut und enthält bis jetzt nur Exemplare von Tieren (Spitzmaus bis Wal). Einige Bewohner sollen testamentarisch aber auch schon menschliche Exemplare verfügt haben

Krafla
Bei der Krafla, einem Zentralvulkan von 818 m Höhe mit zahlreichen Kratern, handelt es sich um ein Vulkansystem von ca. 25 km Durchmesser. Zur Krafla gehört z.B. einer der zwei Víti-Krater Islands (der zweite befindet sich bei der Askja.). Er entstand im Jahr 1724 durch eine Gasexplosion, die eine aktive Periode des Vulkans Krafla einleitete, die bis heute noch nicht zu Ende ist. Aufgrund der gewaltigen Explosion glaubten die Isländer, hier müsse sich die Hölle geöffnet haben, woraus der Name Víti (isländisch Hölle) resultiert. Der Krater beherbergt heute in seinem Inneren einen türkisblauen See.
Berüchtigt waren die sogenannten. Mývatn-Feuer Mývatnseldar (1724-29 und 1746). Dabei öffneten sich immer wieder zahlreiche Spalten. Ein breiter Lavastrom zerstörte grosse Teile des Ortes Reykjahlíð. Die Krafla selbst brach zwischen 1975-1984 zuletzt aus (Kraflareldar). Ein mächtiges Lavafeld, das man bei der Spalte Leirhnjúkur überqueren kann, ist allerdings immer noch warm und sendet Schwefeldämpfe aus. Es befinden sich auch Solfataren in der Nähe.
Seit 1977 nutzt man die geothermische Energie mittels eines kleinen Elektrizitätswerkes.

Mývatn
Der See hat seinen Namen von den im Sommer teilweise sehr grossen Mückenschwärmen, die jedoch Grundlage für den grossen Fischreichtum und die einmalig grosse und vielfältige Entenpopulation sind. Es handelt sich dabei überwiegend um harmlose Zuckmücken, die nicht stechen, aber auch etwas lästigere Kriebelmücken kommen vor. Es gibt im Sommer zwei Perioden von je etwa zwei Wochen in denen sie regelrechte schwarze Säulen am Ufer des Sees bilden.
Nach dem See ist auch die umgebende Region Mývatn benannt. Der See liegt etwa 50 km südlich des Küstenortes Húsavík und weist eine Fläche von 37 km² auf. Er ist damit der viertgrösste See der Insel. Mit einer Höchsttiefe von 4,5 m ist er relativ flach, im Mittel sind es sogar nur 2,5 m. Bei einem Seespiegel von etwa 288 m ü. M. bilden die Anliegersiedlungen die höchsten ganzjährig bewohnten Gebiete Islands, was einen Hinweis auf die im Sommer günstige klimatische Lage des Sees gibt.
Als Ziel für Touristen bietet er sich vor allem wegen der äusserst vielseitigen Lavaformationen und dem recht aktiven Vulkanismus an. Seit 2002 findet rund um den See der Mývatn Marathon statt. Der Gipfel des Vindbergjarfjall bietet einen schönen Ausblick über den See.
Die grosse Zahl an verschiedensten Entenarten machen den See auch zu einem Mekka für Ornithologen. Die Ursache für die zahlreichen Insekten und für die sich von ihnen ernährenden Vögel ist, dass der Mývatn einerseits sehr flach ist und andererseits unterirdisch von heissen Quellen gespeist wird. Darum friert er im Winter auch nur teilweise zu.
Lange Zeit wurde im nördlichen Teil des Sees Mývatn bei der Ortschaft Reykjahlíð Diatomeen-Schlamm abgebaut und zu Kieselgur weiterverarbeitet, was umweltpolitisch umstritten war. Das Werk wurde daraufhin geschlossen und abgetragen. Allerdings verloren über 100 Menschen ihren Arbeitsplatz, was für diese Gegend existenzbedrohend war. Dagegen hat eine neue Attraktion, das Thermalbad „Jarðböð“ (deutsch Erdbäder), die wohltuende Wirkung des Thermalwassers in atemberaubender Umgebung erschlossen.
In der Umgebung des Sees befinden sich zahlreiche Naturwunder vulkanischen Ursprungs. Im See selbst kann man auf Inseln und Halbinseln die Pseudokrater von Skútustaðir sehen, die jedoch nicht selbst vulkanisches Material ausgestossen haben, sondern durch das explosive Zusammentreffen von Lava und Wasser entstanden sind. Ausserdem befindet sich nicht weit vom See der vulkanische Explosionskrater des Hverfjall (oder Hverfell), den man auch besteigen kann. Unterhalb des Hverfjall liegt das Gebiet Dimmuborgir (deutsch „dunkle Burgen“), reizvoller Tuffsteinformationen, die aber in ihrer Existenz bedroht sind. In der Nähe des Sees findet man auch die Kraterreihe Lúdentsborgir, Tafelberge und Schildvulkane. Die ehemaligen Badegrotten Grjótagjá und Stóragjá können aufgrund der angestiegenen Temperaturen nicht mehr zum Baden genützt werden. In ihrer Nähe erkennt man eine sichtbare Spalte, die hier die eurasische von der amerikanischen Platte trennt. Entlang der etwa 20 km langen Spalte wurden auch schon springbrunnenhaft aufsteigende Wassersäulen beobachtet.

Mývatn Nature Baths („Jarðböð“ deutsch für Erdbäder)
Seit den Zeiten der Besiedlung Islands durch die Wikinger haben die Menschen im Gebiet des Mývatn das Baden in den heissen Quellen in dieser einzigartigen Landschaft für ihre Gesundheit genutzt. Die Erde ist warm, heisse Quellen sprudeln in den Erdspalten und nirgendwo sonst in Island steigt so reiner Wasserdampf, frei von Schwefel und jeglichen Verunreinigungen, aus der Erde empor.
Zahlreiche historische Funde und Überlieferungen berichten von Schutzhütten und ähnlichen Vorrichtungen zum Dampfbaden in dieser Gegend. Im Jahre 1940 wurde ein Dampfloch überbaut, das schon der wohltätige Bischof Gudmundur zu Beginn des 13. Jahrhunderts geweiht hatte und das seit Jahrhunderten zum Dampfbaden (auch Trockenbaden genannt) genutzt worden war.
Um das Jahr 1950 herum wurde hier ein Badehaus errichtet, das bis zum Jahre 1970 in Gebrauch war. Im Jahre 1996 beschlossen dann Pétur Snæbjörnsson und Jóhann Fridrik Kristjánsson dieses Badeerlebnis wieder zum Leben zu erwecken, ein Dampfbad wie in der guten alten Zeit zu errichten und damit Kultur und Geschichte des Mývatns zu bewahren. Zunächst wurde noch im selben Jahr eine Schutzhütte südlich der heutigen Anlagen über diesem Dampfloch errichtet. Das Dampfbad erfreute sich von Anfang an grosser Beliebtheit sowohl der Gesundheit wegen wie auch einfach als Ort des Beisammenseins und damit wuchs der Traum von vollkommenen Badeanlagen und davon, in der Gegend um den Mývatn herum völlig neue Akzente im Angebot für Reisende zu setzen.
Im Jahre 1998 wurde zu diesem Zweck eine Teilhabergesellschaft gegründet, die Badfélag Mývatnssveitar ehf., der Traum wurde in die Tat umgesetzt und am 30. Juni 2004 konnte man die ersten Gäste in den prächtigen neuen Badeanlagen der Mývatn Nature Baths willkommen heissen.
Mit Hilfe von Dampfdruck wird Wasser aus dem Bohrloch der Nationalen Energieversorgung in Bjarnarflag durch eine ca. 1 km lange unterirdische Leitung in die Lagune gepumpt. Zunächst wird das rund 130°C heisse Wasser in ein grosses Becken neben der eigentlichen Lagune eingelassen und bildet damit eine von Menschen konstruierte heiße Quelle.
Insgesamt enthalten beide Becken ca. 3,5 Millionen Liter, d.h. die eigentliche Badelagune zusammen mit dem sogenannten Sicherheits- und Auffangbecken. Die Wassertemperatur beträgt konstant 36 bis 40°C. Beide Becken sind von Menschenhand errichtet und der Boden jeweils mit Sand und Kies bedeckt. Die Eigenschaften des Wassers sind in vielerlei Hinsicht einzigartig, es ist ausserordentlich mineralstoffreich, basisch und hervorragend zum Baden geeignet. Wegen seiner chemischen Zusammensetzung gedeihen in der Lagune keinerlei unerwünschte Bakterien oder unerwünschter Pflanzenbewuchs, sodass der Zusatz von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln nicht nötig ist.
Die Badfélag Mývatnssveitar legt besonderen Wert darauf, dass sich die von Menschenhand erbauten Anlagen des Unternehmens harmonisch in die einzigartige Landschaft der Region einpassen. Die Erhaltung der natürlichen Umgebung der Badeanlagen, der Schutz der Umwelt und der Einsatz umweltfreundlicher Produkte stehen dabei im Mittelpunkt. Ausserdem wird grosser Wert darauf gelegt, dass die Angestellten mit der Umgebung vertraut sind und dadurch alle notwendigen Informationen über die Region geben können.
Sie erreichen die Nature Baths am See von Mývatn, nachdem Sie zunächst auf der Nationalstrasse 1 (Ringstrasse) die Ortschaft Reykjahlíd in Richtung Námaskard hinter sich gelassen haben. Nach etwa drei Kilometern nehmen Sie die Abzweigung nach rechts in Richtung Jardbadsholar, wo Sie schliesslich das Areal der Badeanlagen finden, welches Ihnen schon bei der Ankunft eine beeindruckende Aussicht über die berühmte Gegend von Mývatn bietet.

Námaskarð
Der Námaskarð ist ein Pass über den isländischen Berg Námafjall (Bergwerksberg). Der Name stammt von der Schwefelgewinnung, die hier bis Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte. Der Schwefel wurde von Húsavík verschifft. Námaskarð (manchmal auch als Hverir bezeichnet) wird auch das Geothermalfeld auf der Ostseite des Berges genannt. Es gehört zur geothermisch aktiven Zone des Mývatn-Sees. Das Gebiet zeichnet sich aus durch eine Vielzahl unterschiedlicher Thermalquellen wie Fumarolen und Solfataren.

Tjörnes
Die Gemeinde Tjörnes liegt im Norden Islands in der Region Norðurland eystra und zählt 58 Einwohner (2009). Sie nimmt den Grossteil der gleichnamigen Halbinsel zwischen der Skjálfandi-Bucht und dem Öxarfjörður ein. Die nächstgrössere Siedlung ist Húsavík. Einer Eingemeindung nach Húsavík wurde in einem Referendum am 8. Oktober 2005 eine Absage erteilt.


Nordostisland

Raufarhöfn
Die Gemeinde Norðurþing liegt im Nordosten Islands in der Region Norðurland eystra. Sie wurde im Juni 2006 durch den Zusammenschluss der Stadtgemeinde Húsavík (isl. Húsavíkurbær) mit den Landgemeinden Keldunes (Kelduneshreppur), Öxarfjörður (Öxarfjarðarhreppur) und Raufarhöfn (Raufarhafnarhreppur). Die alternativen Namensvorschläge „Norðausturbyggð“ und „Gljúfrabyggð“ konnten sich beim Wahlvolk nicht durchsetzen. Entsprechend seiner nördlichen Küstenlage weist Norðurþing ein maritim-polares Klima auf. Die Mitteltemperatur der kältesten Monate (Januar, Februar) beträgt etwa -2°C. Im Juli wird eine Mitteltemperatur von 9°C erreicht. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 3°C. Die Jahresniederschlagssumme beträgt ca. 620 mm. Die Jahressumme der Sonnenscheindauer beträgt 1.000 Stunden.

Vopnafjörður
Die Landgemeinde Vopnafjörður (isl. Vopnafjarðarhreppur) liegt im Nordosten Islands in der Region Austurland und zählt 674 Einwohner (2009). Der Ort Vopnafjörður (dt. „Waffenfjord“) liegt am gleichnamigen Fjord. Im Ort leben 534 Einwohner (2009). Der Weg nach Eglisstaðir führt über die Hellisheiði. Nördlich von Vopnafjörður im Selárdalur liegt ein Freibad, das aus einem Thermalgebiet versorgt wird. Südlich, auch am Norðurlandsvegur der Strasse 85, liegt der Torfhof Burstafell.


Ostisland

Djúpivogur
Die Landgemeinde Djúpivogur (isl. Djúpavogshreppur) mit 454 Einwohnern (2009) liegt in der Region Austurland. Sie wurde am 1. Oktober 1992 durch den Zusammenschluss der Landgemeinden Berunes (Beruneshreppur), Búland (Búlandshreppur) und Geithellur (Geithellnahreppur) gebildet. Innerhalb des Gemeindegebiets liegt der Gletscher Þrándarjökull. Die Küstenlinie wird von drei Fjorden eingeschnitten (von Nord nach Süd): Berufjörður, Hamarsfjörður und Álftafjörður. Die Einwohner leben vom Fischfang und vom Fremdenverkehr. Das Dorf mit seinen bunten Häusern, darunter das alte rotfarbene Handelshaus Langabúð, gilt als eines der schönsten Islands. Der Fjord reicht etwa 20 km ins Land. Um ihn herum führt die Ringstrasse. Im inneren Ende beginnt die Öxi-Piste, die zwar die Weglänge nach Egilsstaðir verkürzt, aber doch anstrengend zu Fahren ist (nur mit 4×4-Fahrzeug).
Vor dem Ort liegt die Insel Papey. Diese war bis 1966 bewohnt. Heute gibt es noch ein Wohnhaus, einen Leuchtturm und eine Kirche auf der Insel. Den Namen erhielt Papey von irischen Einsiedlermönchen (Papar), die angeblich hier vor der Ankunft der Wikingersiedler im 9. und 10. Jahrhundert ansässig gewesen sein sollten.
Wie der grossteil der Regionen Islands war auch Djúpivogur von Bevölkerungsverlust betroffen. So betrug 1997 bis 2005 der Bevölkerungsrückgang 15 %. Inzwischen nimmt die Bevölkerung wieder zu.

Egilsstaðir
Egilsstaðir ist die zweitgrösste Stadt im Osten Islands. Es gibt unter anderem ein Versorgungszentrum, ein Krankenhaus, ein Freibad, eine Dampferanlegestelle am See, Hotels von der Luxusklasse bis zur Touristenunterkunft, mehrere Sportplätze, ein grosses Informationszentrum und einen Wohnwagen- und Zeltplatz.
Bei Egilsstaðir liegt der langgestreckte See Lagarfljót (auch Lögurinn genannt / 40 km lang, 2 km breit, 112 m tief). In ihm lebt nach der Volkslegende der Lagarfljóts-Wurm, Islands Nessie. In der Nähe der Stadt liegt Islands grösster Wald Hallormsstaðarskógur. Er ging aus einer Baumschule für Wiederaufforstungsversuche vom Anfang des 20. Jahrhunderts hervor. Wiederaufforstungs-programme findet man in der ganzen Umgebung, vgl. z.B. Eyjolfsstaðurskógar. Die Wälder und Wäldchen sind oft sehr gut mit Wanderwegen erschlossen und deren Verlauf ist auf Karten eingezeichnet, die umsonst zu erhalten sind. Die Stadt selbst ist ebenfalls mit vielen Bäumen und anderen grösseren Gewächsen durchsetzt.
Der lokale Flughafen ist gleichzeitig der Ausweichlandeplatz für Islands internationalen Flughafen Keflavík. In der Nähe von Egilsstaðir befindet sich der zweite Langwellenrundfunksender des isländischen Rundfunks. Er sendet auf der Frequenz 207 KHz mit einer Sendeleistung von 100 kW und verwendet als Sendeantenne eine Rundstrahlantenne in Form eines 220 Meter hohen, gegen Erde isolierten selbststrahlenden Sendemasten.

Hengifoss
Mit 118m der dritthöchste Wasserfall des Landes in dem kleinen Fluss Hingifossá. Faszinierender Hintergrund, in welchem sich rote und braune Sedimentstreifen mit dunklen Lavaschichten abwechseln. Eindrucksvolle Schlucht. Etwas flussabwärts ein weiterer reizvoller Wasserfall, Litlanesfoss, mit aussergewöhnlich schönen Basaltsäulenformationen.

Seyðisfjörður
Seyðisfjörður ist ein Ort im Osten Islands. Sie liegt am Ende des gleichnamigen Fjords. Der Name heisst übersetzt Schafsfjord. Seyðisfjörður hat 171 Einwohner (Dezember 2009) und ist der Hafen der einzigen Autofähre Norröna, die Island mit den Färöern Inseln und weiter mit Dänemark, Norwegen und den Shetland-Inseln (zu Schottland gehörig) verbindet.
Die Passstrasse über die Hochebene Fjarðarheiði führt in die nächste Stadt Egilsstaðir und zum Hringvegur (Nationalstrasse 1). Hier endete das erste Unterseetelefonkabel. Der Fjord war zudem im Zweiten Weltkrieg ein Marinestützpunkt der Alliierten. Der Ort war der erste voll elektrifizierte in Island. Deshalb gibt es in ihr auch ein Elektrizitätsmuseum. Wie inzwischen die meisten Gebiete Islands (ausser dem Südwesten rund um die Hauptstadt Reykjavík) ist auch Seyðisfjörður vom Bevölkerungsverlust betroffen. Von 1997 bis 2004 betrug der Bevölkerungsrückgang 11 %. Nach einem leichten Anstieg (2004 bis 2005: + 2,4 %) sank die Einwohnerzahl 2006 überraschend wieder. Hervorgerufen wurde dies allein durch das Auswandern einer Grossfamilie nach Neuseeland.


Höfn / Skaftafell / Kirjubæjarklaustur

Höfn
Die Gemeinde Hornafjörður (isl. Sveitarfélagið Hornafjörður) liegt im Südosten Islands in der Region Austurland. Sie zählt 2.148 Einwohner (2009), von denen 1.635 in der grössten und einzigen Stadt Höfn und 83 in Nesjakauptún leben. Höfn í Hornafirði (dt. „Hafen im Hornfjord“) am Fusse des Vatnajökull ist eine Kleinstadt auf einer Landzunge zwischen Hornafjörður und Skarðfjörður. Der Ort liegt, verbunden durch eine Stichstrasse, nahe an der Ringstrasse.
Die Geschichte der Stadt ist unmittelbar mit Ottó Tuliníus verbunden, der Höfn 1897 zum Handelsort erklärte. Sein Haus beherbergt heute das Heimatmuseum (in der Gamlabúð). Hauptattraktion von Höfn ist das Gletschermuseum, in dem mehrere Stunden am Tag Filme und Animationen über den Vatnajökull zu sehen sind sowie Informationstafeln und Gletschertagebücher.
Weiter verfügt Höfn noch über ein Schifffahrtsmuseum (das Pakkhúsið). Höfn besitzt neben dem weiter westlich gelegenen Þorlákshöfn den einzigen Hafen der vorwiegend landwirtschaftlich geprägten und für den Schiffsverkehr inzwischen zu flachen isländischen Südküste.
Zu den Haupterwerbszweigen des Ortes zählen Fischfang und -verarbeitung, sowie Handel und Landwirtschaft. Auch das touristische Dienstleistungsgewerbe gewinnt kontinuierlich an Bedeutung.

Ingolfshöfði
Felsplateau am Strand, welches knapp 10km südlich von Fagurhólsmýri liegt, ist 76m hoch, 1200m lang und 750m breit. Eine Jeep-Piste führt über die Sanderfläche, durch Schlamm und Flussarme. Besichtigungen sind nur unter ortskundiger Führung ratsam. Ein Leuchtturm und eine Gedenksäule in Erinnerung an Ingólfur Arnarson (den ersten Siedler Islands, der hier an Land kam und seinen ersten Winter verbrachte, während sein Ziehbruder Hjörleifur sich weiter westlich ansiedelte) sind hier zu finden. In den Klippen brüten Lummen, Papageientaucher, Eissturmvögel und Möwen. Naturschutzgebiet.

Jökulsárlón
Der See Jökulsárlón (dt. „Gletscherflusslagune“) ist der bekannteste und grösste einer Reihe von Gletscherseen in Island. Er liegt am Südrand des Vatnajökull auf dem Breiðamerkursander zwischen dem Skaftafell-Nationalpark und Höfn. Mit 150 m ist er der dritttiefste See Islands. Der Jökulsárlón wird durch die auf ihm treibenden Eisberge charakterisiert, die eine Höhe von bis zu 15 m erreichen. Sie lösen sich von der Gletscherzunge des Breiðamerkurjökull ab. Man kann am Ufer des Sees vor der Kulisse weit umherwandern (zahlreiche Wege und Trampelpfade) und die oft dreifarbigen Eisberge bewundern. Das Blau im Eis rührt von verschiedenen Kristallen und deren Reflexion her, das Schwarz von vulkanischer Asche.
Im Jökulsárlón schwimmen manchmal Seehunde, meist aber haben sie sich an den Ausfluss des Sees ins Meer zurückgezogen, der nur etwa 50 m lang ist. Sie weichen dem Lärm auf dem See aus, der von Ausflugsbooten für Touristen erzeugt wird. In den Monaten Juni und Juli nisten die grossen braunen Raubmöwen Skúa nahe des Gletschersees. Es empfiehlt sich wegen der Aggressivität der brütenden Tiere um sie und ihre Nester einen grossen Bogen zu machen.
In der Nähe befinden zwei weitere Gletscherseen, die viel kleinere und abgelegenere Fjallsárlón, welche auch nicht so grosse Eisberge aufzuweisen hat, sowie die Breiðárlón. Der kurze Fluss aus diesem See heisst Jökulsá á Breiðamerkursandi, wie viele andere in Island auch. Er wird von einer Brücke der Ringstrasse überspannt, die teilweise direkt neben dem See verläuft. Wegen der Meeresbrandung und der damit verbundene Erosion der Küste, wird die Gefahr, dass die Brücke unterspült wird, immer grösser. Dadurch würde die Ringstrasse an der Stelle verschwinden, die Jökulsá ebenfalls, und der See sich in eine Meeresbucht verwandeln.
Der Gletschersee diente bereits als Schauplatz für bekannte Filmproduktionen wie James Bond – Stirb an einem anderen Tag, Tomb Raider und Batman Begins.

Kirkjubæjarklaustur
Kirkjubæjarklaustur (gesprochen: kirkjübaijarklöjstür) ist ein kleiner Ort mit etwa 300 Einwohnern an der Ringstrasse zwischen Vík í Mýrdal und Höfn. Der Ort hat eine lange Geschichte. Angeblich lebten hier schon vor der Landnahmezeit Mönche aus Irland.
Ab 1186 existierte bis 1550 ein bekanntes Nonnenkloster, auf das sich auch die Namen eines hübschen Wasserfalls (Systrafoss) und des oberhalb auf einer Hochfläche gelegenen Sees Systravatn (isländisch für „See der (Kloster) Schwestern“) beziehen. Sagen erzählen von im See verborgenen Goldschätzen und ihren Gefahren. Kirkjubæjarklaustur wird umgangssprachlich meist „Klaustur“ genannt, was so viel heisst wie Kloster.
Heute bildet der Ort ein wichtiges Dienstleistungszentrum für die Bewohner der Umgebung wie für Touristen, die auf der Ringstrasse oder ins Inland unterwegs sind. Der Ort ist günstig gelegen, um etwa die vulkanisch geprägten Gegenden der Laki-Krater oder der Eldgjá zu erforschen. Man kann von hier auch in den etwa 45 km entfernten Skaftafell-Nationalpark hinüberfahren, um dort Bergwanderungen zu unternehmen, oder etwas weiter weg, um die Eisseen am Breidamerkulssander wie die Jökulsárlón zu umwandern.
Sehenswert im Ort ist auch Kirkjugólf, das so genannte Kirchenpflaster aus Basalt. Dabei handelt es sich um sechseckige Lavasäulen, die durch Gletscherschliff so mit dem Erdboden nivelliert sind, dass sie tatsächlich wie Pflastersteine aussehen.
Als am 20. Juli 1783 als die Laki-Krater aktiv wurden, hielt der Pfarrer Jón Steingrimsson seine berühmte „Feuerpredigt“. Diese soll bewirkt haben, dass die Lava den Ort verschonte und stattdessen ihren Weg durch das Flussbett der Skaftá nahm. An dieses Ereignis erinnert die 1974 eingeweihte Kapelle.

Núpsstaður
Restaurierte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert in der Obhut des Nationalmuseums. Hier wohnte Hannes Jónsson (1880 – 1968), Postreiter zwischen Síða und Hornafjörður und ortskundiger Führer über die zahlreichen Gletscherflüsse der Region.

Skaftafell
Der Skaftafell-Nationalpark liegt zwischen Kirkjubæjarklaustur und Höfn im Süden Islands. Er wurde am 15. September 1967 gegründet und seitdem dreimal vergrössert. Am 12. September 2004 wurde der Nationalpark erneut vergrössert und ist nun mit über 4.800 km² der grösste in Europa. Neu dazu gehören jetzt auch fast 60 Prozent des Vatnajökull und die Laki-Krater.
Im ursprünglichen Gebiet liegen zum Beispiel das Morsárdalur, der Gebirgsstock der Kristínartindar und der Skaftafellsjökull. Die Landschaft erinnert an manche Alpenszenerien, wurde aber in Jahrtausenden durch verschiedensten Einflüsse von Feuer (Ausbrüche des Öræfajökull) und Wasser (Gletscher Skeiðarájökull und Skaftafellsjökull sowie die Flüsse Skeiðará, Morsá und Skaftafellsá) geformt. Die Skeiðará ist berüchtigt wegen ihrer Gletscherläufe, von denen der letzte 1996 stattfand.
Bekannt ist Skaftafell für sein angenehmes Kleinklima, das für sonnige Sommertage sorgt, die im Rest von Südisland nicht so häufig sind. Ausserdem verfügt es über einen ausgedehnten Birkenwald (Bæjarstaðarskógur). Die Vegetation gedeiht vor allem, seit man mit Gründung des Nationalparks das Weiden der Schafe verboten hat. Dafür findet man zahlreiche Vogelarten, Füchse und sogar einige Nerze.
Ein ausgesprochen reizvoller Wasserfall liegt in diesem Nationalpark: der Svartifoss. Man findet ihn auf vielen Kalenderbildern, weil er sich so malerisch weiss schäumend vor einem Hintergrund von schwarzen Basaltsäulen abhebt.
Es gab ursprünglich einige grössere Bauernhöfe in der Gegend. Allerdings wurden die meisten mit der Zeit aufgegeben, nachdem sich das vorgelagerte Ackerland wegen der Gletscherläufe der Skeiðará in schwarze Sander verwandelt hatte. Die zwei verbleibenden Höfe widmen sich vor allem dem Tourismus. Zwischen den beiden Höfen liegt der Museumshof Sel. Es existieren auch ein schöner Campingplatz und ein Touristeninformationszentrum am Eingang zum Nationalpark. Der Park ist gut mit Wanderwegen erschlossen.

Vatnajökull
Der Vatnajökull (gesprochen vat’najö’küdll), dt. „Wassergletscher“, ist der grösste Gletscher Europas (8.100 km²). Die Mächtigkeit der Eisschicht beträgt bis zu 1.000 Meter. Einige der aktivsten Vulkane der Insel liegen unter dem Gletscher und zwischen ihnen ein ca. 500 – 800 m tiefes Tal. Seit dem 12. September 2004 liegen über 50 % des Vatnajökull im Skaftafell-Nationalpark, der bedeutend vergrössert wurde.
Die höchste Erhebung Islands mit 2.119 Meter über Meer, der Vulkan Hvannadalshnjúkur, befindet sich im Süden des Vatnajökull. Unter dem Gletscher gibt es abgesehen von diesem Berg noch einige andere aktive Vulkanzentren. Die Bárðarbunga ist zuletzt im September/Oktober 1996 ausgebrochen. Am bekanntesten sind jedoch die Grímsvötn, die auch der Ursprung des Gletscherlaufs der Skeiðará 1996 waren. Dort fand zudem am 1. November 2004 der letzte Ausbruch statt.
Wie viele andere Gletscher Islands entstand der Vatnajökull vor etwa 2.500 Jahren. Zur Zeit der Landnahme im 9. Jahrhundert n.Chr. war der Gletscher bedeutend kleiner als heute. So lagen etwa die Esjufjöll (nicht zu verwechseln mit der Esja bei Reykjavík) ausserhalb des eigentlichen Gletschers, während sie sich heute in dessen Mitte befinden. Im 13. Jahrhundert begann die sog. Kleine Eiszeit, die bis zum 20. Jahrhundert andauerte. Der Vatnajökull vergrösserte sich infolgedessen. Seit einigen Jahren verliert der Vatnajökull wie die meisten Gletscher an Grösse. Als mögliche Gründe werden die globale Klimaveränderung (Treibhauseffekt) und die vulkanischen Aktivitäten der letzten Jahre – die unter dem Gletscher liegenden Vulkane Grímsvötn und Bárðarbunga gehören zu den aktivsten der Insel – angeführt.
In direktem Zusammenhang damit steht auch die Anhebung des Landes. Die Schwere der Eiskappe, die auf dem Land lastet, verringert sich. Infolgedessen hebt sich das betroffene Land. Nach wissenschaftlichen Berechnungen hob sich das Land in den letzten 100 Jahren in der Mitte des Vatnajökull um etwa 100m, an den Kanten um ca. 50 m, in Höfn í Hornafirði um 20 m und in einer Entfernung von 50 km vom Gletscher immerhin noch um ca. 5 m.


Vík í Mýrdal

Dyrhólaey
Die Halbinsel Dyrhólaey (gesprochen: Derhoulaej) oder Portland (120 m) liegt etwa 6 km südwestlich von Vík í Mýrdal. Es handelt sich um eine ehemalige Insel, was auch der Name besagt (zu dt.: Türlochinsel). Das Kap, das zum Meer schroff abfällt, ist vor 80.000 Jahren bei einem submarinen Vulkanausbruch entstanden, was man auch an dem leichten, am Gipfel aufsteigenden Schwefelgeruch bemerkt.
Dyrhólaey bzw. das Schwemmland bei Kötlutangi weiter östlich sind der südlichste Punkt der Hauptinsel. Reizvoll an der Halbinsel, zu der man über eine Piste gelangt, ist die Aussicht über das Meer und auf den Mýrdalsjökull. Nach Osten kommen die Reynisdrangar, die schwarzen Felsnadeln vor Vík ins Bild, nach Westen hat man je nach Wetterlage einen weiten Blick über die Südküste Richtung Selfoss. Dem Kap vorgelagert ist ein eindrucksvolles, schwarzes Felsentor, durch das Boote hindurch fahren können. Sehenswert ist auch der Leuchtturm von 1910. Dyrhólaey ist für seinen Vogelreichtum bekannt. Im Sommer nistet hier unter anderem eine grosse Kolonie Papageientaucher.

Reynisdrangar
Felszinnen vor der Südküste. Einer Volkssage nach handelt es sich um ein versteinertes Segelschiff und ein Trollweib. Der Felszinne Skessudrangur (dt. Trollweibzinne) soll das versteinerte Trollweib sein, Langhamar ist von den Zinnen am weitesten von Land entfernt und soll der versteinerte Dreimaster sein; dem Land am nächsten ist die Zinne Landdrangur, der Sage zufolge ein Riese, der dem Trollweib gefolgt war.

Seljalandsfoss
Der Seljalandsfoss ist einer der berühmtesten Wasserfälle Islands. Er ziert den Einband so manches Bildbandes und wird in kaum einem Islandkalender ausgelassen, weil er so malerisch ist. Er liegt im Süden Islands, nicht allzu weit von Skógar entfernt. An der Abzweigung von der Ringstrasse zur Piste Richtung Þórsmörk ergiesst sich ein grösserer Wasserfall der Seljalandsá über die ehemalige Küstenlinie ca. 60m nach unten. Man kann hinter den Wasserfall gehen und durch die Wasserschleier auf das Land draussen blicken (für Brillenträger weniger empfohlen).

Skógar
Skógar ist ein kleiner Ort mit 300 Einwohnern und liegt 4 m über Meereshöhe. Hier befinden sich die Bezirksschule und ein Regionalmuseum. Der Fluss Skógá mündet einige Kilometer entfernt ins Meer. Der Name des Ortes (isl. Wald) deutet darauf hin, dass die Gegend in früherer Zeit vermutlich bewaldet gewesen ist.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist der 60m hohe Wasserfall Skógafoss. Von Skógar aus beginnt der Wanderweg Laugavegur, der über den Fimmvörðuháls und über Þórsmörk bis nach Landmannalaugar führt.
Sehenswert ist auch das ganzjährig geöffnete Heimat- und Freilichtmuseum Byggðasafnið í Skógum, eines der besten Museen in Island. Es wurde im Jahre 1949 gegründet. Man findet hier im Stil der Zeit eingerichtete Häuser (vgl. auch Glaumbær und Árbær) ebenso wie eine grosse Halle voller Autos, Boote und kleiner Flugzeuge sowie ein grösseres Haus mit einem Sammelsurium der verschiedensten Dinge von Gebrauchsgegenständen über Kunsthandwerkliches bis zum eigentlichen Kunstwerk. Ein anschauliches Ausstellungsstück im Museum ist die Fjalaköttur (Brettkatze), ein schwerer Stein auf einem Brett fungiert als Mausefalle. Sie wird auch vorgeführt. Nicht in Funktion gezeigt werden die aus Wolle gestrickten Hammel-Kondome.

Vík
Vík í Mýrdal (dt. „Bucht am sumpfigen Tal“) ist der südlichste Ort Islands mit 300 Einwohnern. Er ist auch einer der wenigen Küstenorte, die keinen Hafen haben. Vík stellt für die Bewohner rund um den Mýrdalsjökull ein wichtiges Dienstleistungs- und Versorgungszentrum dar.
Der Ort hat einen berühmten Strand aufzuweisen. 1991 wurde der Strand vom „Islands Magazine“ zu einem der 10 schönsten Strände der Welt gewählt. Dieser besteht aus schwarzer Lava und das Meer davor ist häufig wild und aufgewühlt. Es gibt dort bezeichnenderweise auch ein kleines Denkmal für verunglückte Fischer und Seeleute.
Was aber den besonderen Reiz des Strandes ausmacht, sind die schwarzen Felsnadeln, die Reynisdrangar, „Skessudrangur“, „Laddrangur“ und „Langhamar“, von denen die Legende berichtet, sie seien versteinerte Trolle. Zudem ist der nahe gelegene Reynisfjall ein Paradies für Ornithologen, schwirren da doch Vögel aller Arten in grosser Zahl umher. So im Juni und Juli auch zahlreiche Papageientaucher und Eissturmvögel.
Von der Klippe, die sich 120 m hoch westlich über Vík erhebt, erschliesst sich der Blick ins Umland. Auch von der vulkanischen Halbinsel Kap Dyrhólaey, etwa 20 km entfernt Richtung Westen gelegen, hat man einen schönen Blick auf die Küste. Allerdings sollte man, wenn man Vík besucht, in keiner Weise wasserscheu sein, denn an Niederschlägen kann es der Ort in etwa mit dem norwegischen Bergen aufnehmen. Vík verfügt neben Versorgungsinfrastruktur über eine Jugendherberge, einen Campingplatz mit Schwimmbad und eine Wollfabrik mit Lagerverkauf. In der Nähe von Vík wurden im August 1964 und im Sommer 1965 zwei französische Höhenforschungsraketen des Typs Dragon von einer mobilen Abschussrampe aus gestartet.


Westmänner-Inseln

Vestmannaeyjar
Die Vestmannaeyjar (dt. Westmännerinseln) sind eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs südlich von Island, die aus 14 Inseln, 30 Schären und 30 Felsen bestehen. Heimaey ist mit Abstand die grösste und die einzig ständig bewohnte Insel Islands. Auf ihr befindet sich der gleichnamige Ort mit 4.086 Einwohnern (Dezember 2009). Dieser musste Ende Januar 1973 in aller Eile evakuiert werden, da ein neuer Vulkan, der Eldfell, direkt neben dem Ort ausbrach. Glücklicherweise befand sich wegen eines Sturmes die gesamte Fischereiflotte der Insel im Hafen, so dass kein Mensch zu Schaden kam. Jetzt werden die verschütteten Häuser des Vulkanausbruchs als Pompei Norðursins (Pompeji des Nordens) wieder ausgegraben.
Der Ort lebt auch heute noch vorwiegend vom Fischfang und zählt zu den reichsten Gemeinden in Island. Die Inseln sind auf dem Luftweg oder mit der Fähre Herjólfur über Þorlákshöfn zu erreichen.
Am ersten Augustwochenende mit dem Verslunarmannahelgi wird im Herjólfsdalur ein dreitägiges Fest gefeiert, zu dem auch viele Gäste vom „Festland“ kommen.
Die Inselgruppe weist ein Hochseeklima auf. Die kältesten Monate (Januar, Februar) haben eine Mitteltemperatur von 1,5°C, Juli und August erreichen 10,5°C. Die Jahresschwankung um die Jahresmitteltemperatur von 5,5°C ist somit gering. Ebenso ist der Unterschied zwischen den absoluten beobachteten Temperaturextremen von -14°C und +19°C gering. Die Inseln sind niederschlagsreich. Im Durchschnitt fallen 1.400 mm pro Jahr. Im Mittel gibt es an 240 Tagen pro Jahr Niederschlag von mindestens 0,1 mm. Stürme sind häufig.
Im Jahr 1627 erreichte eine Flotte algerischer Korsaren die Inseln und verwendete sie vorübergehend als Stützpunkt. Am 16. Juli 1627 wurden die Häuser der einheimischen Bewohner in Brand gesetzt und die Menschen, mit Ausnahme von Frauen und jungen Leuten, massakriert. Die etwa 300 hier gefangen genommenen Isländer wurden danach auf dem nordafrikanischen Sklavenmarkt feilgeboten und verkauft. Auch küstennahe Orte auf Island selbst litten in gleicher Weise unter diesen Piraten. Nur ein geringer Teil der Versklavten konnte – wenn jemand für sie Lösegeld aufbrachte – Jahre später in die Heimat zurückkehren.


Südisland

Eyrarbakki
Ca. 550 Einwohner, Hauptbeschäftigungszweige: Fischerei, Landwirtschaft und Handel. Zur Sagazeit einer der bedeutendsten Hafen an der Südküste und deshalb Handelszentrum. Das Wohnhaus des Handelsdirektors „Húsið” steht heute unter Denkmalschutz und soll das Heimatmuseum des Bezirks Árnessýsla beherbergen. Westlich des Ortes befindet sich der ehemalige Fähranlegeplatz Óseyrarnes. Seit 1988 ist der Gletscherfluss Ölfusá an dieser Stelle

Geysir
Ein Geysir (isländisch geysa – wirbeln, strömen), auch Geiser, ist eine heisse Quelle, die ihr Wasser in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen als Fontäne ausstösst. Einen solchen Ausbruch bezeichnet man als Eruption. Namensgebend für den Geysir war der Grosse Geysir auf Island.
Der Strokkur (dt. Butterfass) ist ein bekannter Geysir in Island. Er befindet sich neben dem nur noch selten ausbrechenden Grossen Geysir im Haukadalur im Süden der Insel. Seine Ausbrüche erfolgen unregelmässig im Abstand von wenigen Minuten und manchmal bis zu dreimal kurz hintereinander.
Springquellen, wie die Geysire genannt werden, entstehen, wenn sie einen verhältnismässig engen Eruptionskanal haben. Durch Magma aufgeheiztes Sickerwasser wird aufgrund des Drucks der Wassersäule im Eruptionskanal auf weit über 100°C aufgeheizt. Einzelne Blasen steigen auf, und pressen einen Teil des Wassers heraus. Dadurch fällt der Druck ab und das überhitzte Wasser verwandelt sich schlagartig in Wasserdampf. Die folgende Eruption kann das Wasser bis weit über hundert Meter in die Luft schleudern.
Die kochende Wassersäule des Strokkur erreicht eine Höhe von manchmal über 20 m. Um die Intervalle zu verkürzen, wurde bis Mitte der 1970er Jahre, insbesondere am isländischen Nationalfeiertag, Seife in den Geysir geschüttet. Dies reduzierte die Oberflächenspannung und das Intervall wurde kürzer, allerdings auch unregelmässiger. Man stellte ein Abschwächen der Ausbrüche fest und es wurde ein Gesetz erlassen, welches die Beigabe von Seife verbot. Das Haukadalur mit seinen Geysiren gehört neben Þingvellir und dem Wasserfall Gullfoss zum „Golden Circle“, den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Süden Islands.

Gullfoss
Der Gullfoss (sprich „Gütlfoss“ / gull=golden, foss=Wasserfall) ist ein berühmter Wasserfall des Flusses Hvítá im Haukadalur. Er gehört mit Þingvellir und den benachbarten Geysiren zum sogenannten Golden Circle der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands.
Seine durchschnittliche Wasserführung beträgt etwa 109 m³/s. Der Wasserfall rauscht über zwei Stufen (11 m und 21 m hoch). Die beiden breiten Kaskaden stehen etwa in einem 90°-Winkel zueinander. Bei Betrachtung der nachfolgenden Schlucht erscheint es verwunderlich, wohin diese riesige Wassermenge verschwindet.
Dass dieser Wasserfall noch existiert, ist dem Einsatz von Sigríður Tómasdóttir und ihrem Vater Tómas Tómasson zu verdanken, die um 1920 gegen den geplanten Verkauf des Geländes am Wasserfall angingen. Es sollte an eine englische Gesellschaft vergeben werden, die einen Staudamm errichten und Elektrizität gewinnen wollte. An Tómasdóttir erinnert eine Hinweistafel aus Stein in der Nähe des Wasserfalles.

Hekla
Die Hekla ist ein 1488 m hoher Vulkan im Süden Islands. Sie ist Teil einer 40 km langen Vulkanspalte und mindestens 6.600 Jahre alt. Der Vulkan ist neben den Grímsvötn der aktivste Islands. Im Mittelalter wurde gar das Tor zur Hölle an dieser Stelle vermutet.
Die Hekla ist eine Mischform aus Schild- und Stratovulkan mit Tendenz zum letzteren in neuester Zeit. Er besteht ausserdem aus 5 verschiedenen Kratern. Der Berg liegt in der Nähe des Naturschutzgebietes von Landmannalaugar. Die letzten Ausbrüche ereigneten sich mit ziemlicher Regelmässigkeit etwa alle zehn Jahre (zuletzt im Februar 2000). Nach der ersten urkundlich belegbaren Eruption im Jahr 1104 folgten insgesamt 20 weitere Eruptionen. Die letzten im vergangenen Jahrhundert ereigneten sich in den Jahren: 1947, 1970, 1980/81, und 1991.
Kurz nach dem Abschmelzen des Eisschildes der letzten Eiszeit scheinen sehr voluminöse Eruptionen stattgefunden zu haben, bei denen jeweils bis zu 15 km3 Lava gefördert wurden. Explosive Eruptionen traten hingegen erst später auf, wie z. B. vor 2.800 Jahren der Ausbruch, der 3 km3 Tephra auswarf. Aschewolken der Hekla fanden ihren Weg bis nach Finnland, nach Helsinki. Spuren wurden auch in Deutschland nachgewiesen.
Die Erstbesteigung gelang (vermutlich) 1750 Eggert Olafsson und Bjarni Palsson. Eine Besteigung ist über die Nord- oder Nordwestflanke am einfachsten. Der Aufstieg beginnt ab der Piste Landmannaleið westlich von Nýjahraun beim Krater Rauðaskál und ist etwa 14 km lang.
Nicht weit von der Hekla entfernt befindet sich der historische Hof Stöng, der bei einem Vulkanausbruch im Jahre 1104 zerstört und inzwischen wieder ausgegraben wurde. Zudem kann man die Wasserfälle des Háifoss und der Schlucht Gjáin besichtigen.

Hveragerði
Hveragerði liegt etwa 40 km östlich von Reykjavík. Sie liegt am Fluss Varmá. Sie ist bekannt für Gewächshäuser, die mit Erdwärme beheizt werden. Hier werden Gemüse und alle möglichen Früchte, u.a. Bananen, unter Glas angebaut. Die Stadt hat eine Staatliche Gartenbauschule, ein Rehabilitationszentrum und 2.315 Einwohner (2009). Im örtlichen Freibad gibt es eine Dampfsauna. Im Ort selbst findet man ein Feld mit heissen Quellen, da die Gegend zum Hengill-Gebiet gehört, einem vulkanischen Hochtemperaturgebiet. Auch in den Gärten einiger Häuser erkennt man sichtbar heisse (dampfende) und weisse Stellen. Unter weissen Stellen ist die Erdkruste sehr dünn. Man sollte sie daher nicht betreten. Am nördlichen Stadtrand liegt der kleine Geysir Grýla. Ausserdem gibt es einen hübschen Wanderweg durch einen Park oder über einen Pfad auf der anderen Seite einen Bach entlang nach Norden, wobei man an zahlreichen dampfenden Stellen und einem zischenden Bohrloch vorbeikommt. Südlich von Hveragerði liegt der Ort Þorlákshöfn. Von hier startet die Fähre Herjólfur zu den Westmännerinseln.

Kerið
Der Kerið ist der östlichste von fünf Kratern der zum postglazialen Grímsnes-Vulkanfeld gehörenden Kraterreihe Tjanarhólar. Diese liegt in der Region Suðurland an der Strasse von Selfoss ins Haukadalur. In der eruptiven Phase vor etwa 5000-6000 Jahren förderte die Kraterreihe Tjanarhólar einen Grossteil der Lavamassen des Grímsneshraun (hraun Isländisch für Lava bzw. Lavafeld). Insgesamt besteht dieses Grímsnes-Vulkanfeld aus 10-12 meist relativ kleinen, eruptiven Zentren.
Während Kerið und der nahe gelegene Schlackenkegel Kerhóll inzwischen unter Naturschutz stehen, wird die Schlacke der meisten übrigen Krater des Grímsnes-Vulkanfeldes zur Verwendung als Strassenbaumaterial abgebaut.
Fälschlicherweise wird der Krater Kerið aufgrund seines zu- und abflussfreien Kratersees (Durchmesser ca. 10 m) häufig als Explosionskrater oder Maar bezeichnet. Jedoch fehlen sämtliche Merkmale eines Tuff- oder Tephraringes, die üblicherweise einen Maarkrater umgeben. Darüber hinaus weist Kerið neben einer heiss abgelagerten Kraterfazies eine ausgeprägte effusive Tätigkeit auf. Insbesondere letzteres widerspricht dem zu erwartenden Eruptionsverlauf eines Explosionskraters. Wahrscheinlicher ist dagegen ein Absinken des Kraterbodens unterhalb des Grundwasserspiegels nach Beendigung der eruptiven Phase.

Þingvellir
Þingvellir (isländisch „Þing“: Volksversammlung gesprochen ähnlich wie „thing“ im Englischen, „vellir“: Ebene) ist ein Ort und ein Nationalpark nahe der Reykjanes-Halbinsel. Hier wurde bereits um 930, also noch während der Zeit der Landnahme durch vor allem norwegische Wikinger, die traditionelle gesetzgebende Versammlung Alþing abgehalten. Sie hatte sowohl gesetzgeberische als auch Gerichtsbarkeitsfunktionen. Es handelt sich um eines der ältesten Parlamente der Welt – nach denen im Griechenland der Antike. Es bestand bis ins Jahr 1798, als die Dänen das Alþing auflösten. An diesem historischen Ort wurde auch am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen und 1994 deren Fünfzigjahrfeier begangen.
Þingvellir befindet sich im Südwesten Islands und ist seit 1928 ein Nationalpark. Es liegt inmitten einer Grabenbruchzone (Riftzone) und ist umgeben von vier aktiven Vulkansystemen, darunter der Hengill, am Nordufer des Sees Þingvallavatn. Der Fluss Öxará durchströmt den Nationalpark und formt an der Schlucht Almannagjá einen sehenswerten Wasserfall,den Öxaráfoss.
An diesem Ort (und im weiteren Umfeld) wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar, vor allem an der Almannagjá (Allmänner-Schlucht). Die tektonischen Verschiebungen zeigen sich auch in den häufigen Erdbeben. Ausserdem macht sich der Vulkanismus bemerkbar. Das Wasser des Baches soll in den letzten Jahren auch schon überraschend angefangen haben zu dampfen. Der Ort gehört mit dem Wasserfall Gullfoss und den Geysiren des Haukadalur zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands, dem sogenannten Golden Circle. 2004 wurde der Nationalpark durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.

Þorlákshöfn
Þorlákshöfn ist eine kleine Hafenstadt mit 1.582 Einwohnern (2009). An der flachen, fast hafenlosen Südküste ist Þorlákshöfn der einzige Hafen neben dem 400 km östlich gelegenen Höfn. Von hier aus geht die Fähre Herjólfur nach Heimaey auf den Vestmannaeyjar. Die Entfernung von Þorlákshöfn zu der Insel, die etwa 10 km vor Island liegt, beträgt etwas über 70 km. Die wichtigsten Erwerbszweige in Þorlákshöfn sind der Schiffbau und der Fischfang. Entlang der Südküste führt eine Brücke über die Ölfusá, dem wasserreichsten Fluss Islands direkt an der Mündung.

Skálholt
Der Ort Skálholt liegt in der Gemeinde Bláskógabyggð an der Hvitá und ist Teil des Golden Circle. Der kleine Ort besteht nur aus einer relativ grossen Kirche und einigen wenigen Häusern. Trotzdem ist er von bemerkenswerter Bedeutung für die Geschichte des Landes, war er doch seit dem Mittelalter (1055 bis 1801), als der Bischofssitz nach Reykjavík verlegt wurde, neben Hólar der wichtigste Bischofssitz von Island. Das bedeutete, Skálholt war auch kulturelles und politisches Zentrum und hatte als letzteres über lange Jahrhunderte ähnliches Gewicht wie Þingvellir. Die erste Lateinschule des Landes wurde in Skálholt gegründet. Und 1550 starben hier der letzte katholische Landesbischof Jón Arason und seine Söhne eines gewaltsamen Todes. Die Kirche fällt durch ihre Grösse auf. Tatsächlich misst das von 1956 bis 1963 erbaute Gotteshaus in der Länge stattliche 30m. Allerdings waren einige seiner an gleicher Stelle gelegenen Vorgängerbauten noch länger (bis zu 50m). Zur jetzigen Ausstattung der Kirche trugen auch andere skandinavische Länder bei.

Stokkseyri
Ca. 500 Einwohner, Hauptbeschäftigungszweige: Landwirtschaft und Fischfang, trotz des schlechten Hafens. Sehenswert ist das kleine Heimatmuseum in der alten Fischerhütte Þuríðarbúð, benannt nach einer der wenigen Frauen, Þuríður Einarsdóttir (1777 – 1863), die eines der offenen Fischerboote kommandierte.


Hochland

Askja
Das Vulkansystem der Askja liegt im isländischen Hochland und erstreckt sich vom Berg Askja selbst, der in ca. 40 km Entfernung südwestlich vom Tafelberg Herðubreið und der Oase Herðubreiðarlindir liegt, bis zur Halbinsel Malrekkaslétta. Damit handelt es sich um das längste Vulkansystem im Nordosten Islands. Die Hauptkrater sind die Dyngjufjöll. Der höchste Berg ist mit 1510 m der Þorvaldstindur.
Der Berg Askja besteht aus einer grossen Caldera (ca. 45 km²), in der zwei Seen liegen, darunter der Öskjuvatn, welcher mit 220m als der tiefste See Islands gilt. Er entstand ebenso wie der kleinere Víti-Krater bei einer gewaltigen Eruption im Jahre 1875. Der Aschenregen war besonders in den Ostfjorden so heftig, dass Weideland auf längere Zeit hinaus vergiftet wurde und zahlreiche Menschen auswanderten. Der Vulkan war vorher praktisch gar nicht bekannt gewesen.
Im Jahre 1907 verunglückten auf dem Öskjuvatn zwei deutsche Forscher, Walter von Knebel und Max Rudloff, auf einer Expeditionsfahrt. Die Verlobte Knebels, Ina von Grumbkow startete ihrerseits in den nächsten Jahren zwei Expeditionsfahrten, um etwas über ihr Schicksal zu erfahren, was ihr aber nicht gelang. An den Fahrten nahm sie selber teil, eine sehr ungewöhnliche Tat für eine Frau der damaligen
Zeit, und schrieb ein Buch darüber.
Auf dem Weg zur Askja kommt man an der Drekagil, der Drachenschlucht, vorbei, die ihren Namen nicht zu Unrecht trägt. Nicht weit entfernt von der Askja liegt ein weiteres vulkanisches Gebirge, die Kverkfjöll. Er gilt in der nordischen Mythologie als Asgard, als Heimat der Asengötter und Hochsitz Odins. Der Name der Gegend bezieht sich aber auf das isländische Wort askja, das in allgemeiner Sprache „Schachtel“, in der Geologensprache jedoch „Caldera (Krater)“ bedeutet.

Eldgjá / Fjallabaksleið
Bei der Eldgjá (Feuerschlucht) handelt es sich um eine 40 km lange Schlucht, eigentlich eine Spalte, die zum Vulkansystem der Katla auf Island gehört. Sie liegt im Süden des Landes zwischen Landmannalaugar und Kirkjubæjarklaustur und ist bis zu 270 m tief und bis zu 600 m breit. Þorvaldur Thoroddsen entdeckte sie 1803.
Diese Feuerspalte (und das ist auch die wörtliche Übersetzung des isländischen Namens) entstand vermutlich bei einem einzigen Ausbruch im Jahre 934. Er muss beachtliche Ausmasse gehabt haben, denn die ausgeflossene Lavamenge wird auf neun Kubikkilometer geschätzt. In Folge des Ausbruchs gab es einen ungewöhnlich kalten Winter sowie Hungersnöte durch Missernten in den darauf folgenden fünf bis sieben Jahren.
Ein Wasserfall, der Ófærufoss, befindet sich in der Schlucht. Er war früher über eine Naturbrücke zu überqueren. Diese ist aber 1993 eingestürzt.
Die Eldgjá ist vom Süden über den Búlandsvegur 208 und über den Fjallabaksleið Nyðri F208 von der Ringstrasse zu erreichen. Dabei müssen mehrere Flüsse ohne Brücken gequert werden. Die Piste führt über Landmannalaugar weiter an das südliche Ende der Sprengisandur Hochlandpiste. Nordöstlich der Eldgjá liegen auch die ebenso berüchtigten Laki-Krater.

Kjölur
Der Hochlandweg Kjölur genauer der Kjalvegur ist mit etwa 160 km die zweitlängste und mittlere der Hochlandpassage von Island. Sie beginnt im Haukadalur kurz hinter dem Wasserfall Gullfoss, verläuft zwischen den Gletschern Langjökull, der seinen Namen nicht zu Unrecht trägt, und Hofsjökull. Schliesslich endet sie in der Nähe von Blönduós im Norden der Insel. Dieser Weg ist jetzt mit Nummer 35 (früher F37) in den Karten gekennzeichnet, ist also keine Hochlandpiste „Fjallavegur“ mehr.
Die Route ist vermutlich schon seit der Frühzeit der Besiedelung bekannt gewesen. Westlich der heutigen Piste verläuft der alte Kjalvegur und wird immer noch von Trekkingfreunden und Reitern benutzt. Nachdem im Oktober 1780 fünf Reiter mit ihren Pferden und über 150 Schafen hier (Beinahóll/Knochenhügel) in einem Schneesturm umgekommen sind, geriet die Route für ca. 100 Jahre in Vergessenheit. Sie wurde allerdings gegen Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und neu gekennzeichnet. Heute erfreut sich die Route auch bei Touristen zunehmender Beliebtheit, weil keine Flüsse oder grossen Bäche mehr überquert werden müssen. Die Piste ist planiert oder aus Schotter. Das Fahren braucht also seine Zeit.
Die Flussdurchfahrten waren hauptsächlich im Teil nördlich von Hveravellir. Das muss man heute nicht mehr, aber wenige Flussdurchfahrten sind für Allradfahrzeuge noch möglich. Im nördlichen Teil wurde der Fluss Blanda zu einem Wasserkraftwerk aufgestaut. Ungefähr in der Mitte der Strecke liegt Hveravellir, der Ort der heissen Quellen, der sich gut für Pausen und ein heisses Bad anbietet.
Wenn man aus Süden kommt, biegt kurz vor Hveravellir die Piste zu den Kerlingarfjöll nach Nordosten ab, ein sehenswertes Gebirge mit vulkanischen Erscheinungen. Besonders imposant ist dabei eine Flusspassage oben neben dem Wasserfall Gýgjarfoss. Weitere auch schwierigere Flussdurchfahrten folgen. In etwa parallel zur Kjölur verläuft die Sprengisandur-Piste östlich des Hofsjökull durch das isländische Hochland.

Lakagigar
Zwischen dem Mýrdalsjökull und dem Vatnajökull verläuft auf 25 km Länge das sogenannte „Streifenland“ mit zahlreichen von Südwesten nach Nordosten ausgerichteten Spalten. Die Gegend, zu der auch die Eldgjá gehört, hält den Weltrekord bezüglich des Förderns von Lavamassen. So produzierten im Winter 1782/83 insgesamt etwa 130 Krater ein Gesamtvolumen von ungefähr 12 km³ an Lava. Dies ist die grösste in historischer Zeit ausgestossene Menge an Lava. Lavafontänen von mehreren 100 Metern Höhe wurden aus weiter Entfernung gesichtet. Dazu kamen Gas- und Aschewolken. Das hatte verheerende Folgen für das ganze Land: Aufgrund von Vergiftungen siechte das Vieh dahin und die ausgelöste Hungersnot bewirkte, dass mehr als ein Fünftel der Landesbevölkerung Islands – 10.000 Menschen – in den folgenden Jahren starb. In Westeuropa wirkte sich der Ausbruch ebenfalls aus, die giftige Aerosolwolke legte sich über den gesamten Kontinent, besonders aber über die britischen Inseln, und wurde als Höhenrauch oder auch „trockener Nebel“ wahrgenommen. Vergiftungserscheinungen machten sich besonders bei den Bauern durch Atemnot bemerkbar, die ihrer Feldarbeit kaum noch nachgehen konnten. Manche starben.
Über die Herkunft des Phänomens entwickelte sich eine breite Debatte, viele Wissenschaftler brachten sie mit den Erdbeben in Süditalien in Zusammenhang, welches durch Gärungen oder auch durch elektrisches Feuer im Erdinneren ausgelöst worden sei. Geologen gehen davon aus, dass im folgenden Jahr die Durchschnittstemperatur um ein Grad Celsius niedriger lag als üblich.
In jüngster Zeit wurde die Katastrophe durch britische Forscher rekonstruiert. Alte Aufzeichnungen berichteten davon. Über den Britischen Inseln hing der Smog wochenlang am Himmel. Die Geschichtsbücher gingen allerdings schnell zur Tagesordnung über und das Desaster wurde vergessen. Die moderne Forschung warnt, ein solcher Giftgasausbruch könne sich jederzeit wiederholen.
In Island erzählt man sich gerne, dass die Laki-Katastrophe unmittelbarer Auslöser grosser Kältewellen in Europa und damit auch der folgenden Missernten der kommenden Jahre sei, die letztendlich die Französische Revolution ausgelöst hätten. Diese Theorie wird inzwischen recht unreflektiert in wissenschaftlichen Publikationen übernommen.
Berühmtheit erlangte der Pfarrer Jón Steingrimsson aus Kirkjubæjarklaustur wegen seiner so genannten „Feuerpredigt“. Während die Gemeinde in der Kirche versammelt war, stoppte der Lavastrom kurz vor dem Ort.

Landmannalaugar
Landmannalaugar (deutsch „die warmen Quellen der Menschen vom Land“) ist ein Gebiet nahe dem Vulkan Hekla im Süden von Island. Die Gegend gilt als eine der schönsten der Insel, was sie vor allem den zahlreichen vulkanischen Erscheinungen und nicht zuletzt den sehr farbigen Bergen zu verdanken hat. Graublaue Ascheströme färbten den Vulkan Bláhnjúkur. Rötlich-braune Hänge (Liparit, Rhyolithgestein oder Quarztrachyt CaF2) findet man etwa an dem Vulkan Brennisteinsalda, die aber auch graublau gestreift erscheinen. Ausserdem setzen grüne Moose und weisse Schneereste, die selbst im Hochsommer vorhanden sind, weitere Farbakzente. Ein Obsidianlavafeld reicht von den Solfataren an der Brennisteinsalda bis zum Fluss, wo eine Hütte des Isländischen Wandervereins steht und man in einem dampfenden Bach baden kann.
Þjórsádalur
Östliches Tal im Bezirk Árnessýsla. Heute zählt das Tal nur noch 2 Höfe, Ásólfsstaðir und Skriðufell, beide mit üppigem Birkenbewuchs. Zur Siedlungszeit gab es zahlreiche Höfe, die nach dem Hekla-Ausbruch 1104 verlassen wurden. Bisher sind Ruinen von 20 Höfen gefunden worden. Das Tal ist seit 1938 unter der Obhut der staatlichen Forstkommission. Die Flüsse Sandá und Fossá münden am Talausgang in die Þjórsá.

Þórsmörk
Das Tal Þórsmörk zwischen dem Tindfjallajökull und dem Eyjafjallajökull im Süden von Island erweist sich als idyllischer Ort. Er liegt zwischen den Flüssen Krossá, Þröngá und Markarfljót. Der urtümliche Fluss Krossá hat sich hier ein Bett zwischen die beiden Gebirgszüge gegraben. In dem geschützten Tal existiert eine grüne Vegetation aus Moosen, Farnen und lichtem Birkenwald.
Benannt ist es nach dem germanischen Gott Thor (isl. Þór). Die Krossá ist ein eiskalter Gletscherfluss, der wie zahlreiche isländische Flüsse noch ganz naturbelassen ist und sich hier in viele Arme verzweigt. Sie zu überqueren ist nicht ungefährlich, doch gibt es eine Fussgängerbrücke.
Das Tal wird an drei Seiten von Gletschern eingeschlossen, da am oberen Talabschluss noch der Mýrdalsjökull in den Himmel ragt. Der Gletscher des Mýrdalsjökull liegt im Südosten. Das birgt einerseits die Gefahr von Gletscherläufen, andererseits aber bedingt es – ähnlich wie in Skaftafell – ein angenehmes Kleinklima mit mehr Sonnentagen als im Rest von Südisland.
Þórsmörk bietet Übernachtungsmöglichkeiten, einen Campingplatz und eine Einkaufsmöglichkeit. Besonders beliebt ist das Tal bei der einheimischen Jugend, die sich jedes Jahr zu Hunderten am ersten Juli-Wochenende dort treffen, um den Sommer zu feiern.
Die Gegend stellt eines der lohnendsten Ziele für Wanderer in Island dar. Es bieten sich von dort aus viele Touren an, angefangen von Berg- und Gletschertouren über Trekkingwege wie den bekannten Laugavegur bis hin zu kleinen Wanderungen wie etwa in die Schlucht Stakkholtsgjá mit ihrem Wasserfall.
Die ehemalige Siedlung Þórsmörk bestand ursprünglich aus 3 Höfen, die aber inzwischen alle nicht mehr existieren. In den Niederungen des Gebiets findet sich trotz starker Erosion ein ansehnlicher Birkenwald. 1924 wurde ein besonders von Erosion bedrohtes Gebiet von der Beweidung ausgeschlossen und unter Naturschutz gestellt. Die Landwirtschaft in dem Gebiet war traditionell schwierig, heute bietet der Tourismus eine zusätzliche Einkommensquelle. Die Hochlandroute F261 bindet Þórsmörk über Hvolsvöllur an die Ringstraße (Nr. 1) an. Es sind allerdings einige nicht ganz ungefährliche Furten zu überwinden. Der Wanderweg von Skógar nach Landmannalaugar kreuzt Þórsmörk.

Snæfell
Der Snæfell (1833m) ist ein markanter Berg und Kegelvulkan, der von ewigem Schnee eingehüllt ist. Weite Aussicht über das Hochland und zur Eiskappe des Vatnajökull. Es ist nicht bekannt, wann der Vulkan zum letzen Mal ausgebrochen ist. Den ersten Versuch einer Besteigung soll 1794 Sveinn Pálsson unternommen haben. Erst im Jahre 1877 gelang es Guðmundur Snorrason vom Hof Bessastaðagerði in Fljótsdalur, den Gipfel zu bezwingen. Östlich von Snæfell streckt sich die Gletscherzunge des Eyjabakkajökull hinunter auf ein ausgedehntes Feuchtlandgebiet in ca. 700m ü. M.
In den Feuchtlandregionen am Nordende des Vatnajökull weidet im Sommer ein Grossteil der isländischen Rentierpopulation. Im 18. Jahrhundert wurden einige Versuche unternommen und Rentiere von Norwegen nach Island einzuführen, doch die letzten Tiere starben 1936. Die Klimaverschlechterung Endes des 19 Jahrhunderts hatte verheerende Folgenden für die isländische Rentierpopulation. Gegen 1940 zählte der Bestand nur noch einige hundert Tiere. Seither hat sich die Rentierpopulation erholen können und zählte 1990 über 4000 Tiere. Die Rentiere haben sich inzwischen über das gesamte Hochland von Jökulsá á Fjöllum im Nordwesten bis Jökulsá á Breiðerkursandur im Südosten ausbreiten können. In den letzten Jahren ist eine beschränkte Zahl der Tiere zur Jagd freigegeben worden.

Sprengisandur
Der Sprengisandur ist ein Teil des Isländischen Hochlandes zwischen den Gletschern Hofsjökull und Vatnajökull. Gleichzeitig wird auch die durch dieses Gebiet führende Hochlandpiste so bezeichnet (die Sprengisandur). Der Name rührt daher, dass die Pferde möglichst schnell darüber „sprengen“ sollten, um die gefährliche Strecke bald hinter sich zu haben und wieder Gras und Wasser vorzufinden.
Die Sprengisandur-Route ist mit etwa 200 km die längste der isländischen Hochlandpisten. Sie führt von Süden an der Hekla vorbei, wo ein Seitenweg (Fjallabaksleið) nach Landmannalaugar abzweigt. In nördlicher Richtung verläuft der Weg meist auf Höhenrücken zwischen den Gletschern Vatnajökull und Hofsjökull. In der Nähe des nördlichen Endes der Sprengisandur befindet sich der sehenswerte Wasserfall Aldeyjarfoss. Einige Bäche und kleinere Flüsse queren die Strecke und müssen überquert werden. Heutzutage kann die Sprengisandur im Sommer aber von Geländewagen problemlos befahren werden.
Ein besonderes Erlebnis ist es jedoch, diese Route wie in alten Zeiten mit dem Pferd zu entdecken. Die Sprengisandur ist ein sehr alter Weg, der schon in frühesten Zeiten der Besiedelung benutzt wurde. Allerdings war er wegen seiner Wetterumschwünge und seiner Trockenheit auch immer schon gefürchtet. In früheren Zeiten vermutete man, dass hier Trolle und böse Geister sowie Geächtete ihr Unwesen treiben könnten. Diese Ängste haben sich im Text eines der berühmtesten isländischen Volkslieder, „Á Sprengisandi“ niedergeschlagen. In etwa parallel zur Sprengisandur verläuft die Kjölur-Route weiter westlich durch das Hochland.

Stöng
Stöng sind die ausgegrabenen Fundamente eines Langhauses, wie sie in Island zur Wikingerzeit gebaut wurden. Der Hof im Þjórsárdalur wurde bei einem Ausbruch der Hekla im Jahr 1104 unter der Vulkanasche begraben. Diese Hausform konnte später aufgrund Holzmangels in Island nicht mehr gebaut werden. Im Jahre 1939 wurden die Fundamente freigelegt und können besichtigt werden. Ein Hof dieser Art (Hof Þjóðveldisbærinn) wurde im Þjóðveldisbær 1974 zur 1100-Jahrfeier der Besiedlung nachgebaut. Das Haus liegt an der Strasse 32, dem Þjórsárdalsvegur.